Übergang Schule zu Beruf

Video
22. Januar 2014

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft informiert sich in Dormagen über den Fortschritt von "Kein Kind zurücklassen!"

Vorbeugende Politik funktioniert

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat sich in Dormagen über das BildungsZentrum NiederRhein informiert. In dem Sozialprojekt arbeiten die Stadt Dormagen, die Kreishandwerkerschaft, das Jobcenter und der Internationale Bund zusammen, um Jugendlichen den Übergang den von der Schule zum Beruf zu erleichtern.

bislang nicht bewertet
 

In Dormagen wird die Präventionsarbeit unter dem Stichwort „Dormagener Modell“ umgesetzt. Es wurde 2006 auf den Weg gebracht, um Neugeborenen und Kindern bis zu drei Jahren angesichts von möglichen Missbrauchsfällen, Armut und überforderten Eltern zu helfen. Die Stadt baut mit ihren sozialen Diensten frühzeitig Kontakt zu den Eltern auf, so dass Probleme rechtzeitig erkannt und ihnen entgegengewirkt werden kann. Solche familienerhaltenden Maßnahmen schlagen sich zum Beispiel in der konstant niedrigen Zahl der Inobhutnahmen von unter 6-Jährigen nieder. Seit 2006 gab es nie mehr als fünf Fälle pro Jahr. Drei Jahre lang gab es sogar keinen einzigen Fall, in dem ein Kind in Obhut genommen werden musste. Zudem hat es in Dormagen seit Beginn des „Dormagener Modells“ keinen Sorgerechtsentzug mehr gegeben. Das sei das Ergebnis einer engen und frühzeitigen Zusammenarbeit zwischen Präventionsfachkräften und Familien, die intensive Unterstützung benötigen, heißt es von der Stadt Dormagen.

„Auf diese positive Entwicklung können wir sehr stolz sein“, sagt Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann. Das findet auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die sich bei einem Besuch der Modellkommune vom großen Erfolgen der Dormagener Präventionsarbeit überzeugen konnte. „Dormagen gehört zu den Vorreitern bei frühen und gezielten Hilfen für Kinder und Familien“, lobte sie das Engagement aller Beteiligten. Vor allem zeige die Anstrengung aber eins: „Vorbeugende Politik funktioniert.“ Deshalb wurde das Präventionsangebot in Dormagen auch sukzessive auf weitere Altersgruppen ausgedehnt. Im Rahmen von „Kein Kind zurücklassen!“ wurden 2012 zwei zusätzliche Bausteine zur „Präventionskette“ hinzugefügt: Zum einen der Übergang „Grundschule – weiterführende Schule“, zum anderen die Förderung junger Menschen in Schule und Ausbildung. Beides wird unter dem Stichwort „Dormagener Weg“ zusammengefasst.

Im BildungsZentrum NiederRhein werden Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren bei der beruflichen Orientierung individuell begleitet. „Wir machen Bewerbungsfotos, helfen beim Lebenslauf oder organisieren auch schon mal verloren gegangene Zeugnisse bei der ehemaligen Schule“, so Standortleiterin Sonja Niehaus. Auf diese Weise baue sie mit ihrem Team eine Brücke des Vertrauens zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf. Oft bleibt es aber nicht bei Bewerbungshilfen: „Auch bei Beziehungsproblemen oder Stress im Elternhaus haben wir immer ein offenes Ohr.“ In vielen Fällen werden über die Einzelfallberatung Praktika bei örtlichen Firmen vermittelt, um den Jugendlichen einen Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen. Durch ein großes Netzwerk könne man passgenaue und individuelle Hilfen bieten. Um zu sehen, dass das Angebot des Dormagener Wegs Früchte trägt, genügt ein Blick in die Statistik. Von den 60 Einzelfallberatungen der Stadt Dormagen waren 23 sogenannte „Selbstmelder“ dabei. Jene also, die von sich aus auf Sonja Niehaus und ihr Team zugegangen sind. „Das ist gelebte Vorbeugung.“

Ausführender Träger ist neben dem BildungsZentrum NiederRhein der Internationale Bund. Standortleiterin Sonja Niehaus hat sich zum Ziel gesetzt, die Kooperation mit öffentlichen und Freien Trägern sowie der örtlichen Volkshochschule weiter auszubauen. „Wir wollen deutlich machen, dass es sich lohnt, miteinander zu kooperieren und für Präventionsarbeit Geld in die Hand zu nehmen“, so Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann. Das sieht auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft so. Bei ihrem Besuch in Dormagen unterstrich sie deshalb, dass es sich beim Landesmodellvorhaben „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“ nicht um ein kurzfristiges Projekt handele: „Wir betreiben keine Politik, die nur auf eine Legislaturperiode angelegt ist. Es geht um die Zukunft unserer Kinder. Etwas Wichtigeres gibt es nicht.“

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen