Bundesverdienstkreuz an Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg
3. Mai 2018

Ministerpräsident Armin Laschet verleiht das Bundesverdienstkreuz an Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg

Laudatio von Ministerpräsident Armin Laschet anlässlich der Verleihung des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Herrn Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg am 3. Mai 2018 in Düsseldorf, Landeshaus

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Es gilt das gesprochene Wort.

„Wenn ich mich hier umsehe, dann sehe ich hoch­verdiente Persönlichkeiten aus ganz unter­schiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, Vertreter der Kirchen, des Islam, der Wissenschaft, der Kultur und der Politik.
 
Diese vielen hochverdienten Menschen sind heute hier, um einer einzigen Person, die Referenz zu erweisen. Ausgezeichnet wird Professor Dr. Dr. Thomas Sternberg.
 
Und die illustre Gästeschar ist bereits ein deutliches Zeichen dafür, dass es heute um eine besondere Persönlichkeit geht. Um eine Persönlichkeit, die der Bundespräsident mit einer nicht selbstverständlichen Erst­aus­zeichnung würdigt, mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundes­republik Deutschland.
 
Die Verdienste und die Vielfalt, die wir heute würdigen, haben ja sonst in einem Menschen gar nicht genug Platz. Es sei denn, er heißt Thomas Sternberg und stammt aus Greven­brück im Sauerland. Dann hat er Germa­nistik, Kunstgeschichte und Theologie studiert und ist sowohl Doktor der Philosophie als auch der Theologie.
 
Dann ist er nicht nur ein feinsinniger Intellek­tueller, sondern hat auch eine ab­geschlossene Bäckerlehre und einen Gesellenbrief vorzuweisen.
 
Lieber Thomas Sternberg, wir kennen uns nun schon viele Jahre und ich behaupte, auch recht gut.
 
Vor allem durch Dein langjähriges Wirken in der nordrhein-westfälischen Landespolitik sind wir uns immer wieder begegnet und haben auch immer wieder gemeinsam gewirkt. Und ich war immer wieder beeindruckt davon, wie weit Deine Interessen, Deine Kenntnisse und Dein Engagement reichen.
 
Man könnte fast denken, der Alte aus Rhöndorf hätte Dich gemeint, als er sagte: „Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.“
 
Die Landespolitik, lieber Thomas Sternberg, das ist natürlich nur ein Feld, auf dem Du Dich bewegt und bewährt hast. Immer engagiert, fundiert und – das finde ich besonders bemerkenswert – auch von der partei­politischen Konkurrenz äußerst respektiert.
 
Das liegt an Deiner profunden Sachkenntnis und an der Art und Weise, wie Du sie an­bringst. Denn bei aller kontrovers geführten politischen Debatte achtest Du Dein Gegenüber.
 
Du schaffst eine ganz seltene und wertvolle Verbindung: Du vertrittst Deinen Standpunkt konsequent und pointiert. Doch du bringst zugleich auch denen Wertschätzung entgegen, die einen ganz anderen Standpunkt einnehmen.
 
Das sind Fähigkeiten, lieber Thomas Sternberg, die Dir sowohl auf der kommunal­politischen als auch und gerade auf Landes­ebene großen parteiübergreifenden Respekt und hohe Anerkennung verschafft haben.
 
Und es sind Tugenden, die nicht nur ein Christ, aber ein Christ ganz besonders, in die Politik einbringen sollte.
 
Lieber Thomas Sternberg, seit Deinem 22. Lebensjahr bist Du politisch engagiert.
 
Über Deine kommunalpolitischen Verdienste hinaus warst Du bis zum Mai vorigen Jahres über 12 Jahre Abgeordneter im nordrhein-westfälischen Landtag.
Und Du hast dort immer, kompetent und orientiert bis ins Detail, Deine Standpunkte vorgetragen und für die Sache gerungen.
 
Über viele Jahre warst Du Sprecher für Kultur und Medienpolitik der CDU-Landtagsfraktion. Deine Beiträge im Plenum und in den Aus­schüs­sen fanden bei allen Fraktionen auf­merk­same Beachtung. Denn allen war be­wusst: Hier spricht jemand, der sich aus­kennt, der was zu sagen hat, bei dem sich das Hinhören lohnt.
 
Lieber Thomas Sternberg, seit 2009 gehörst Du dem WDR-Rundfunkrat an. Du warst als stellvertretender Vorsitzender des Programm­ausschusses ein hoch anerkannter und ge­schätzter Gesprächspartner.
 
Denn Du hast das Pro­gramm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in beeindruckender Breite sehr genau beobachtet und Dich dafür stark gemacht hat, dass es eine hohe Qualität hat.
 
Auch die Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages hat Thomas Sternberg über vier Jahre als Sachverständiges Mitglied sehr bereichert.
Dabei hat er den „Abschlussbericht der Enquetekommission“ mit einem weit über das normale Maß hinausgehenden Einsatz maß­geblich geprägt.
 
Würde ich jetzt all die vielfältigen Verdienste um unsere Gesellschaft, sei es in der Politik, für und um die Kunst und Kultur, in der Wissenschaft und nicht zuletzt und ganz besonders im theologisch-kirchlichen Bereich aufführen, die sich Professor Sternberg erworben hat, würde das ganz sicher den heutigen Rahmen sprengen.
 
Aber so viel muss doch gesagt sein: Mit der Erfahrung und Begeisterung des Kunst­kenners – und natürlich auch Kunstliebhabers – sorgst Du für wertvolle Unterstützung in den Kuratorien von Kunst und Kultur.
 
Ich denke da vor allem an die Kunststiftung NRW und die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, denen Du ein überaus geschätzter Ratgeber bist.
 
Kulturpolitisch ganz konkret hast Du die kleinen Kunstausstellungen im Foyer des Landtags vor dem CDU-Fraktionssaal kuratiert. Zu den Eröffnungen zu kommen, hat sich stets gelohnt, weil Thomas Sternberg dort kurze, immer überraschende, immer anregende kleine Werkeinführungen gegeben hat, die rhetorisch, ästhetisch und intellektuell manches der ausgestellten Kunstwerke überstrahlt haben.
 
Auch die Vielzahl und vor allem das Spektrum Deiner Veröffentlichungen macht über­deutlich, wie sehr und in welcher Breite Dich gerade gesellschaftliche, kulturelle und kirchliche Fragen schon immer bewegt haben und mehr als das – wie viel Essentielles Du dazu zu sagen hast. Das ist schon eine enorme wissenschaftliche Leistung.
 
Dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), das rund 24 Millionen katholische Laien vertritt, gehörst Du bereits seit mehr als zwanzig Jahren an.
 
Ebenso lange Jahre warst Du Berater der für Wissen­schaft und Kultur zuständigen Kommis­sion der Deutschen Bischofs­konferenz.
 
Vor zweieinhalb Jahren hat Dich das Zentral­komitee der deutschen Katholiken zu seinem Präsidenten gewählt. Erst die Übernahme dieses mit großem Zeitaufwand verbundenen Ehrenamtes hat Dich dazu bewogen, Deine hauptberufliche Tätigkeit etwas früher als geplant aufzugeben.
Aber auch so sind mehr als 27 Jahre zusammen gekommen, in denen Du als Direktor der Katholisch-Sozialen Akademie des Bistums Münster das „Franz Hitze Haus“ zu einer überregional anerkannten Bildungseinrichtung entwickelt hast.
 
Unmittelbar vor Dir liegt nun ab dem 9. Mai bereits Dein zweiter Katholikentag als Präsident. Sicherlich ein Ereignis, das ein hohes Maß an Vorbereitung von Dir verlangt hat, aber dieses Mal zu einer Art „Heimspiel“ wird, findet es doch in Deiner zweiten Heimat, der Stadt Münster und der Stadt des Westfälischen Friedens statt.
 
Das Motto berührt uns gerade in dieser Zeit und auch vor dem Hintergrund der Amokfahrt in Münster, ganz besonders, das Motto „Suche Frieden“.
 
Lieber Thomas Sternberg, die Vielzahl Deiner verantwortungsvollen Funktionen und herausgehobenen Ehrenämter spiegeln Dein unermüdliches gesellschaftliches Engagement.
Für den Laudator stellt sich da allerdings die unlösbare Aufgabe, dem gerecht zu werden, denn es ist einfach nicht möglich, auch nur annähernd alles zu erwähnen.
 
Die zahlreichen Felder, auf denen Du Dich noch engagierst, sind schier unglaublich und werfen in der Tat die Frage auf, wie sie alle in ein Leben passen.
 
Dass dieses Leben aber nicht nur reich an ehrenamtlichen Aufgaben und Ämtern ist, die viel Zeit und oft genug auch Anstrengung kosten, sondern dass es auch getragen wird und aufgehoben ist in einer großen Familie, das möchte ich betonen – und auch Deine Familie hier ganz herzlich begrüßen!
 
Mir ist es heute eine große Freude und Ehre, das vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland einer Persönlichkeit aushändigen zu dürfen, deren Leben und Wirken so vorbildlich ist.
 
Thomas Sternberg hat sich um unser Land verdient gemacht. Dafür unser aller und auch mein ganz persönlicher Dank!“
 

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