Niederrhein

Will man die Region Niederrhein beschreiben, gerät man nur allzu schnell in die Verlegenheit erst einmal erklären zu müssen, was der Niederrhein alles NICHT ist, denn weder geologisch, noch historisch, politisch oder kulturell hat die Region klare Grenzen. Ganz nüchtern betrachtet handelt es sich dabei um ein großflächiges, nicht fest definierbares Gebiet zwischen der deutsch-niederländischen Grenze und links sowie ein bisschen rechts vom Rhein. Kurz davor befinden sich die Städte Emmerich und Kleve, die seit 1965 durch eine Brücke, der die längste Hängebrücke Deutschlands miteinander verbunden sind (www.wikipedia.org/wiki/Rheinbr%C3%BCcke_Emmerich). Die Menschen hier kokettieren damit, dass nicht so genau klar ist, was alles zum Niederrhein dazugehört.

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LOREM IPSUM

WARME WORTE

Die Fußballstadt Mönchengladbach (www.borussia.de) und die Krawattenstadt Krefeld (acht von zehn deutschen Schlipsen werden hier hergestellt) gehören dazu, klar. Die an beiden Orten vertretene Hochschule trägt den Niederrhein ja nicht umsonst im Namen, beide Städte liegen mittendrin. Aber richtige Außengrenzen ziehen, das mag niemand.


Mehr als 2,5 Millionen Menschen leben in der Region – aber auch viele Schafe, einige davon sogar preisgekrönt. Es sitzen auch einige Deutschland-Zentralen von weltweit bekannten Unternehmen wie Toshiba und Canon hier (richtig, japanische Unternehmen und nein: Die Nähe zu Düsseldorf, dem Little Tokyo Deutschlands, ist kein Zufall.). Generell ist der Niederrhein aber eher ländlich geprägt und so sind es die Natur und die Landschaft, die für viele Niederrheiner ihr ganz persönliches Heimatgefühl bestimmen. Wie zum Beispiel in Straelen (www.straelen.de), dem „Bauch der Region“. Hier, im Herzen der Euregio, wird Gemüse nicht nur gepflanzt, sondern auch gleich verarbeitet – mehr als irgendwo sonst in Deutschland. Auch gibt es hier die einzige deutsche Blumenversteigerung (www.veilingrheinmaas.com). Von 6 bis 9 Uhr morgens wird hier geliefert und dann blitzschnell gehandelt. Das hat wenig von der Atmosphäre eines Showverkaufs wie auf dem Hamburger Fischmarkt, eher gleicht es der Szenerie der Frankfurter Börse. Ganz anders ist es im Römerpark in Xanten, dem Muss unter den Exkursionszielen für Lateinklassen und Fans der römischen Geschichte. Hier wird sogar schon den Kleinsten mit Hilfe von Handpuppen das Leben der Römer und Germanen vor über 2000 Jahren erklärt wird (www.apx.lvr.de). Nach Kevelaer, seit 1642 ein Marienwallfahrtsort, zieht es jährlich bis zu einer Million Gäste, nicht nur für Besinnung, Gebet und Einkehr (www.wallfahrt-kevelaer.de). Touristisch gut besucht ist auch die Stadt Neuss – wegen der Skihalle, die 2001 als erste in Deutschland eröffnet wurde (www.allrounder.de), aber auch wegen des Schützenfests, dass weit über die Grenzen von NRW bekannt ist (www.schuetzenfest-neuss.com).


Das Bild des Niederrheins wird auch durch viele alte Wassermühlen, Schlösser, Burgen und so manche historischen Stadtkerne geprägt. Der große Kabarettist Hanns Dieter Hüsch sagte darüber einst: „Burgen gibt´s. Schlösser gibt´s und Wasserschlösser, Windmühlen und Wassermühlen, Kirchturmspitzen, Fähren und Inseln, Kunst im Schloss Moyland, Karneval in Keppeln, und komm mir nun keiner, und sach, er sei nicht genannt worden.“ Hüsch, gebürtig aus Moers und Ehrenbürger der Stadt, wurde auch das schwarze Schaf vom Niederrhein genannt. Was lag da näher, als den Nachwuchspreis für politisch-gesellschaftskritisches Kabarett, den er 1999, sechs Jahre vor seinem Tod, ins Leben gerufen hat, ebenso zu nennen (www.dasschwarzeschaf.com). Alle zwei Jahre wird er seitdem vergeben und ist ein fester Termin im niederrheinischen Kulturkalender. Das der Preis hier - und nicht etwa in Köln oder Berlin – vergeben wird, ist mehr als ein Bekenntnis zur Heimat. Für Hüsch war klar: „Der Niederrhein will angeguckt werden. Und dann beginnt die große Liebe.“

LOREM

IPSUM