Kritik am Auftritt der Kabarettistin Lisa Eckhart im WDR
11. Mai 2020

Kritik am Auftritt der Kabarettistin Lisa Eckhart im WDR

„Heftig daneben gelangt“, Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, zum Video der Kabarettistin Lisa Eckhart im WDR.

1 Bewertung
 

„Es ist richtig und gut, dass Satire viel erlaubt. Das spitze Wort und die ironische Zuspitzung gehören zur politischen Auseinandersetzung und zur Vielfalt der Kultur. Man kann aber auch heftig daneben langen. Das ist der Kabarettistin Lisa Eckhart in den Mitternachtsspitzen im Jahr 2018 gelungen.
Billig und plump bedient die Kabarettistin antisemitische Vorurteile und verschärft diese weiter mit Bezug auf die #MeToo-Debatte. Ich halte es für nicht einmal witzig, sondern geschmacklos. Die antisemitischen Stereotype bleiben im Raum stehen und es gibt am Ende keinerlei Versuch die Vorurteile aufzulösen. Dass der WDR den Auftritt von Lisa Eckhart erneut aus der Mottenkiste hervorgeholt und online gestellt hat, ist unverantwortlich.  Es ist zu gefährlich mit Stereotypen zu spielen und forciert am Ende den seit Jahren zunehmenden Antisemitismus,“ sagte die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, zum Auftritt der Kabarettistin Lisa Eckhart im WDR.

Zum Hintergrund

Die Kabarettistin Lisa Eckhart trat im Jahr 2018 bei den Mitternachtsspitzen im WDR auf. In ihrem Auftritt thematisierte sie mit Bezug auf die damals aktuelle #MeToo-Debatte (Erl: sexuelle Belästigung und Übergriffe auf Frauen im Alltag) den Umstand, dass prominente MeToo-Verdächtige Juden seien, als den „feuchten Traum politischer Korrektheit“. Eckhart weiter, „am meisten enttäuscht es aber von den Juden, da haben wir immer gegen den Vorwurf gewettert, denen ginge es nur ums Geld, und jetzt plötzlich kommt raus, denen geht’s wirklich nicht ums Geld, denen geht’s um die Weiber und deswegen brauchen sie das Geld.“ So schlussfolgert Eckhart, es sei „nur gut und recht, wenn wir den Juden jetzt gestatten, ein paar Frauen auszugreifen. Mit Geld ist ja nichts gutzumachen.“
Das Video des Auftritts aus dem Jahr 2018 wurde im November 2019 anlässlich eines Aktionstages für Frauen auf der Facebook-Seite des WDR gepostet. Kurz zuvor, am 9. Oktober 2019, ist ein Anschlag auf die Synagoge in Halle verübt worden. Im Mai 2020 wurde hierzu eine Programmbeschwerde beim WDR eingelegt.
 

Weitere Informationen

zum Thema

Weitere Informationen

zum Thema

Pressestelle

Kontakt

Keine Ergebnistreffer

Verwandte

Meldungen

Verwandte

Themen

Information

Downloads

Keine Ergebnistreffer

Links

Zum Thema

Information

Karte

Abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie hier den Newsletter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen oder bestellen Sie ihn ab.

Mo Di Mi Do Fr Sa So
 
 
 
 
1
 
2
 
3
 
4
 
5
 
6
 
7
 
8
 
9
 
10
 
11
 
12
 
13
 
14
 
15
 
16
 
17
 
18
 
19
 
20
 
21
 
22
 
23
 
24
 
25
 
26
 
27
 
28
 
29
 
30
 
31