Ministerpräsidentin Kraft trifft auf Brückenbauer des Vertrauens

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15. März 2013

„Kein Kind zurücklassen“ – Ministerpräsidentin Hannelore Kraft trifft in Mönchengladbach auf Brückenbauer des Vertrauens

Vorbeugende Sozialprojekte für Familien in besonderen Lebenslagen

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat Mönchengladbach besucht, um sich im Zusammenhang mit dem Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen“ vor Ort über vorbeugende Sozialprojekte zu informieren, die Familien in besonderen Lebenslagen fördern.

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Im Rahmen ihres Besuchs in Mönchengladbach sprach die Ministerpräsidentin mit Oberbürgermeister Norbert Bude sowie mit Sozialarbeiterinnen und tauschte sich mit Müttern aus, deren Kinder die Kita des Familienzentrums „Genesis“ in Eicken besuchen. Eine von ihnen ist Rezarta Gjevukaj: Sie ist eine alleinerziehende Mutter von 2 Kindern, einem 14 Monate altem Sohn und einer dreieinhalbjährigen Tochter. 1995 ist sie im Alter von 10 Jahren aus dem Kosovo nach Deutschland gekommen: zunächst nach Bremen, kurze Zeit später zogen die Eltern mir ihr nach Mönchengladbach-Eiken, wo Rezarta Gjevukaj ihre neue Heimat gefunden hat: In Eicken hat sie die Schule besucht, ihren Abschluss gemacht und danach erfolgreich eine Lehre zur Frisörin absolviert. 

Rezarta Gjevukaj mit ihren beiden Kindern

Heute besitzt Rezarta Gjevukaj die deutsche Staatsangehörigkeit und fühlt sich „gut integriert“. Für ihre Kinder wünscht Frau Gjevukaj sich einen noch besseren Aufstieg. „Ich hoffe, sie sind später gut in der Schule und gehen vielleicht eines Tages studieren.“ Deshalb nutzt sie gerne viele städtische Betreuungs- und Bildungsangebote, damit schon frühzeitig die Weichen für die Entwicklung ihrer Kinder richtig gelegt werden. Mit ihrer offenen Art ist sie in ihrer Nachbarschaft vielen Müttern, die eine ähnliche Biografie haben, ein Vorbild. Montags bis freitags bringt die 28-Jährige ihre Tochter ins Eickener Familienzentrum „Genesis“, damit ihr Kind dort von Pädagogen besser gefördert werden kann. Demnächst wird in der Kita wahrscheinlich auch ein U3-Platz für ihren kleinen Sohn frei. Dann steigen auch ihre Chancen für den Wiedereinstieg in den Beruf. Zurzeit ist sie beschäftigungslos. „Mit 2 kleinen Kindern fällt es mir schwer, einen Job als Frisörin zu finden.“ Mit beiden Kindern in der Kita „Genesis“ wäre es für Frau Gjevukaj leichter, den Alltag als alleinerziehende Mutter zu managen und wieder als Frisörin zu arbeiten. So könnte sie ihr Leben auch ein Stück mehr in Eigenständigkeit führen.

Dialog mit Eltern auf Augenhöhe

Am Familienzentrum „Genesis“ werden 87 Kinder aus dem Stadtteil Eicken betreut. 60 bis 70 Prozent der Kinder bei „Genesis“ haben einen Migrationshintergrund. Fast jedes Schild in der Kita ist dreisprachig: Deutsch, Polnisch, Türkisch. Ins Multikulti-Familienzentrum kommen mehrmals in der Woche Sozialarbeiterinnen der Stadt Mönchengladbach und suchen vor Ort den Kontakt zu den Eltern. In einer Behördenstube zu sitzen und darauf zu warten, bis Eltern kommen und um Hilfe bitten – dieser Ansatz ist den Sozialplanern in Mönchengladbach fremd. Stattdessen gehen sie auf Eltern zu, erkundigen sich bei ihnen, wo gerade der Schuh drückt und greifen ihnen vorbeugend in allen möglichen Lebens- und Problemlagen unter die Arme. Eine der „Elternberaterinnen“ ist Annika Ahrens. „Ich verstehe mich als Netzwerkerin, die frühzeitig auf Eltern zugeht und eine Brücke des Vertrauens zu ihnen aufbaut“, erklärt die 42jährige Sozialpädagogin. „Mir liegt eine nachhaltige Vernetzung der Eltern am Herzen und ein Dialog auf Augenhöhe.“ Damit meint Annika Ahrens: Regelmäßige persönliche Beratung der Eltern, damit sie in Zukunft selbst ihren Alltag stemmen können. Annika Ahrens knüpft für Eltern auch Kontakte zu Behörden oder vermittelt ihnen Betreuungs- und Bildungsangebote in Kitas und Grundschulen, z. B. Elternbildungskurse für Zuwandererfamilien. Über diesen Weg haben sich auch Annika Ahrens und Rezarta Gjevukaj im vergangenen Jahr kennengelernt: Frau Ahrens machte Frau Gjevukaj auf den Förderkurs „Rucksack“ aufmerksam: Bei diesem Kurs können Eltern mit Zuwanderungsgeschichte ihre Mehrsprachigkeit als Schlüsselqualifikation verbessern: Eltern werden dabei unterstützt, ihren Kindern beide Sprachen systematisch beizubringen und so ihre Interkulturalität zu stärken. Frau Gjevukaj macht mit ihrer Tochter bei „Rucksack“ mit und ist vom Kurs voll überzeugt. Sie hat erkannt, dass sich die Entwicklung ihrer Kinder verbessert, wenn sie ihrer Tochter besser Albanisch und Deutsch beibringen kann.

Projekt "HOME": Frühzeitig und vorbeugend handeln

Soziale Arbeit in Mönchengladbach folgt dem Grundsatz „Vorbeugung ist besser als Reparieren.“ Das städtische Sozialprojekt „HOME“ (Hilfe und Orientierung für Mönchengladbacher Eltern) wurde 2010 als vorbeugendes Sozialprojekt für die Stadtteile Eicken und Mülfort entwickelt. Es geht darum, möglichst frühzeitig auf Eltern zuzugehen und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu ihnen aufzubauen. „Die Wertschätzung der Eltern ist das A und O für uns“, so Annika Ahrens. Sie weiß: Alle Eltern wollen für ihre Kinder das Beste. Nach Möglichkeit soll „HOME“ in Zukunft auf weitere Quartiere ausgedehnt werden, in denen Förderung von Familien in besonderen Lebenslagen notwendig ist. Das Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen“ von Landesregierung und Bertelsmann-Stiftung folgt derselben Philosophie wie „HOME“: Es sollen langfristig die Weichen für eine bessere Bildungs- und Betreuungsarbeit in den Kommunen gestellt werden, um eine Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen. Das soll geschehen, indem notwendige Unterstützung früher und gezielter bei Kindern und ihren Familien ankommt. „Kein Kind zurücklassen“ bündelt in den NRW-Städten vorhandene Kräfte und hilft dabei, diese Kräfte besser zu vernetzen. Mönchengladbach ist eine von aktuell 18 Kommunen in Nordrhein-Westfalen, die am Modellvorhaben teilnimmt.

Wir sind auf dem richtigen Weg.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verschaffte sich bei ihrem Besuch in Beisein des Mönchengladbacher Oberbürgermeisters Nobert Bude einen Eindruck über die Arbeit vor Ort, unter anderem im Eickener Familienzentrum. „Wir müssen mehr vorsorgend handeln, früher da sein“, erklärte Ministerpräsidenten Hannelore Kraft. Die Ministerpräsidentin zog ein positives Fazit aus ihrem Besuch und zeigte sich überzeugt vom HOME-Konzept in Mönchengladbach: „Frühe Hilfen sind von besonderer Bedeutung. All das zeigt, wir sind auf dem richtigen Weg. Wichtig ist, dass wir alle Kinder auf einen guten Weg bringen.“

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