Ericsson Geschäftsführer Koetz im Gespräch

Stefan Koetz, Vorsitzender der Geschäftsführung Ericsson Deutschland GmbH
Interview
13. Juli 2015

Interview mit dem Geschäftsführer von Ericsson Deutschland Stefan Koetz zum Ericsson Eurolab

Wichtige Entscheidung für den Standort Herzogenrath

Im Interview mit der Redaktion von Land.NRW äußert sich Stefan Koetz, Geschäftsführer von Ericsson Deutschland, zur Bedeutung des Standortes NRW, den Markt- und Forschungsbedingungen sowie zur Transformation und Digitalisierung der Wirtschaft.

 
Frage:
Ericsson Eurolab ist als „Kompetenzzentrum für die vernetzte Gesellschaft“ bekannt. Welche Innovationen sind hier am Standort bereits entstanden und an welchen Technologien von morgen wird derzeit am Eurolab geforscht?
Stefan Koetz:

Das Ericsson Eurolab existiert seit 1991, als Mannesmann Mobilfunk mit der Technik von Ericsson eines der weltweit ersten GSM-Mobilfunknetze plante. Seither sind viele Innovationen dort entwickelt worden. 3G und LTE als Mobilfunktechnologien, Videokommunikationslösungen, die z.B. TV-Übertragungen über LTE (LTE Broadcast) ermöglichen, vom Eurolab aus 2014 europaweit erstmalig mit Vodafone in den Fußballstadien von Borussia Mönchengladbach und Fortuna Düsseldorf erfolgreich getestet. Seit einigen Jahren gewinnen im Eurolab M2M-Kommunikationslösungen, etwa für die Fahrzeug-zu-Fahrzeug- und Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation immer größere Bedeutung sowie Lösungen für Smart Grids als Voraussetzung zum Gelingen der Energiewende. Das Ericsson Eurolab hat in den vergangenen Jahren mit den meisten deutschen Automobilherstellern bei der Forschung oder Entwicklung zusammengearbeitet. Darüber hinaus fungiert das Eurolab in bislang 44 deutschen und europäischen Forschungsprojekten als Hub, so in dem pan-europäischen Smart-Energy Projekt Finesce. Die Innovationskraft wird auch dadurch unterstrichen, dass bereits 1400 Patente vom Europäischen Patentamt genehmigt wurden, die von Mitarbeitern aus dem Eurolab eingereicht wurden. Für die Zukunft steht die Realisierung der Chancen einer vernetzten Gesellschaft, insbesondere die Umsetzung der Vision von Industrie 4.0 mit Hilfe der 5G-Technologie im Mobilfunk im Vordergrund.

Frage:
Welche Rahmenbedingungen müssen aus Ihrer Sicht geschaffen werden, um die Umsetzung von Forschungsergebnissen in den Markt zu realisieren? Welche Rolle kann die Politik hierbei spielen?
Stefan Koetz:

Die Politik kann wie so häufig die geeigneten Rahmenbedingungen schaffen. Für eine schnelle Umsetzung von Forschungsergebnissen in neuen Marktkonstellationen ist z.B. zunächst ein Rahmen der Zusammenarbeit von Kunden, Herstellern und Universitäten nötig, wie sie im Rahmen von Forschungsfördermaßnahmen geboten werden. Zudem ist eine rasche Markteinführung auch mit Hilfe von Pilotanwendungen und Feldversuchen unter Einbeziehung möglichst realer Bedingungen eine geeignete Möglichkeit, die Marktrealisierung von Forschungsergebnissen zu beschleunigen. Ericsson begrüßt die politischen Pläne, die Wettbewerbsfähigkeit Europas im internationalen Wettbewerb weiter zu stärken und Innovationen aus Europa heraus zu forcieren. Für Ericsson ist Europa eine wichtige Forschungsregion. Mehr als 60% unserer globalen F&E-Investitionen tätigen wir in Europa.

Frage:
Der Wettbewerbsdruck auf dem Telekommunikationsmarkt ist immer wieder eine Herausforderung für Unternehmen. Wie gelingt es Ericsson, dieser Herausforderung erfolgreich zu begegnen und dafür zu sorgen, dass durch Hightech am Standort NRW Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden?
Stefan Koetz:

Ericsson hat sich seit fast 140 Jahren immer wieder erfolgreich den sich ständig wandelnden Marktbedingungen angepasst. Wichtig dafür war insbesondere eine Offenheit und Unternehmenskultur, die Innovationen förderte, und ein weitsichtiger Blick, wohin sich der Markt und die Kundenbedürfnisse entwickeln. Wir erleben heute eine enorme Transformation und Digitalisierung der Wirtschaft. Ein Trend der weiter anhalten wird. Um Netzbetreiber und Industriekunden bei diesem Wandel zu unterstützen, haben wir aktuell das Ericsson Cloud Lab in Herzogenrath bei Aachen gegründet. Für die digitale Umgestaltung der Wirtschaft spielt die Cloud eine immer wichtigere Rolle. Viele Großunternehmen stehen dabei vor Herausforderungen, die sich durch eine stärkere Nutzung der Cloud-Technologie ergeben. Hierzu gehören etwa die nötigen Kompetenzen zur Cloud-Migration, die Steuerung, Sicherheit und Datenintegrität der Lösungen. Diese Herausforderungen sind das Ergebnis der hohen Innovationsgeschwindigkeit, Zugänglichkeit und Offenheit, die die Cloud-Technologie ermöglicht. Das neue Cloud Lab bietet Ericsson-Kunden die Möglichkeit, diese Aufgabenstellungen zu meistern – und zwar mittels Live-Demonstrationen sowie dem Aufbau und Testen von Schlüsseltechnologien, zu denen die Cloud, die Virtualisierung und die immer wichtigeren Bereiche des Netzmanagements und der Orchestrierung gehören. Das Ericsson Cloud Lab wird daher ein wichtiger Baustein sein, den wirtschaftlichen Wandel zu unterstützen.

Herr Koetz, vielen Dank für das Interview.

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen

Kontakt

Pressestelle

Keine Ergebnistreffer

Verwandte

Meldungen

Verwandte

Themen

Information

Downloads

Keine Ergebnistreffer

Links

Zum Thema

Abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie hier den Newsletter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen oder bestellen Sie ihn ab.