Im Gespräch mit secunet-Vorstand Dr. Rainer Baumgart

Gespeichert von Andreé Kringe am 15. Juli 2015
Poträtfoto Bild Dr. Rainer Baumgart
Interview
15. Juli 2015

Interview mit dem Vorsitzenden des Vorstands secunet Security Networks AG Dr. Rainer Baumgart

Im Gespräch mit der Redaktion von Land.NRW äußert sich Dr. Rainer Baumgart, Vorsitzender des Vorstands secunet Security Networks AG, zu IT-Security-Lösungen made in Germany, die Top-Themen & Trends im Public Sector und zur Bedeutung von Kooperationen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

 
Frage:
Sind aus Ihrer Sicht Unternehmen in Deutschland und die öffentliche Infrastruktur hinreichend vor Cyberattacken geschützt? Was kann noch besser werden?
Dr. Rainer Baumgart:

Die Sensibilität und das Bewusstsein vor Cyberattacken sind in Deutschland sehr unterschiedlich ausgeprägt. Behörden, Ämter und öffentliche Einrichtungen gehen seit vielen Jahren eher konservativ und vorsichtig vor, was sie so vor der einen oder anderen Attacke bewahrt hat. Wir beobachten aber in den letzten zwei Jahren einen massiven Anstieg von Cyberangriffen mit hoher Komplexität. Hier dürfen sich die Betreiber öffentlicher Infrastrukturen, aber auch Kritischer Infrastrukturen nicht auf bisherigen Maßnahmen ausruhen. Sicherheitssysteme und Prozesse müssen permanent angepasst oder gegebenenfalls den steigenden Gefahren angelehnt aufgerüstet werden.
Aktuelle Studien sowie unsere Erfahrungen zeigen leider, dass Unternehmen in Deutschland noch sehr viel Nachholbedarf haben in Sachen IT-Sicherheit. Häufig wird die Sicherheit Opfer der Kosten-Nutzen-Kalkulation. Cyberattacken machen vor Landesgrenzen keinen Halt, daher sollten Unternehmen – ob groß oder klein – deutlich mehr in Awareness aber auch in Sicherheitssysteme investieren, um ihre eigentlichen Aufgaben und den Geschäftsbetrieb und damit langfristig auch den Geschäftserfolg angemessen zu sichern.

Frage:
Auf der Website von Secunet wird mit dem Satz „IT Sicherheit made in Germany“ geworben. Was zeichnet IT-Security-Lösungen aus Deutschland im Vergleich mit internationalen Anbietern aus?
Dr. Rainer Baumgart:

Auch die IT-Sicherheit basiert auf dem in Deutschland hohen Niveau und Knowhow des Ingenieurswissens und dem ausgeprägten branchenübergreifenden Sicherheitsbewusstsein. Zudem geben nationale Behörden, wie zum Beispiel das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), hohe Standards für die IT-Sicherheit und damit unserer Branche vor. IT-Sicherheitslösungen aus Deutschland sind deshalb besonders vertrauenswürdig und von hoher Qualität.

Frage:
Secunet verfügt über ein breites Produktportfolio rund um die IT-Sicherheit. Was sind aus Ihrer Sicht für den Public Sector die Top-Themen & Trends der nächsten Jahre?
Dr. Rainer Baumgart:

Der Public Sector hat ein hohes Sicherheitsbedürfnis. Die Digitalisierung der Arbeitswelt hat nicht nur Vorteile sondern auch Risiken. Daher möchten auch die öffentlichen Arbeitgeber mit modern ausgestatteten und trotzdem sicheren Arbeitsplätzen, ob mobil oder innerhalb der Bürogebäude, für Komfort und Attraktivität sorgen. Aber die zunehmende Bedrohung durch immer komplexer werdende Cyberangriffe stellt eine große Herausforderung für die Verfügbarkeit für ITK-Infrastrukturen dar. Und nicht zuletzt stellen auch die Bürger Erwartungen an eine moderne Verwaltung. E-Government-Lösungen und die Sicherheit digitaler Identitäten gewinnen zunehmend an Bedeutung – jedoch gilt auch hier: Sicherheit und Komfort müssen kein Widerspruch sein.
Die bereits heute verfügbaren Techniken und Lösungen können zum Beispiel sicheres Surfen im Internet ebenso realisieren wie datenschutzkonforme benutzer- und bürgerfreundliche Anwendungen.

Frage:
Wie profitiert Secunet von Kooperationen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen?
Dr. Rainer Baumgart:

In der nahezu 20-jährigen Unternehmensgeschichte hat secunet immer auf eine enge Kooperation mit Hochschulen gesetzt. Zum einen entwickeln wir selbst immer wieder neue Verfahren und Lösungen und suchen im Dialog mit der Wissenschaft Erfahrungsaustausch, Tests und natürlich auch Talente. Wir bieten Studenten einen frühen Einblick in die Praxis, in dem sie bei uns als studentische Hilfskräfte tätig werden können oder Bachelor oder Masterarbeiten schreiben. Nicht selten übernehmen wir unsere Studenten später auch in eine Festanstellung. Und für alle Beteiligten ist dies ein Win-Win-Win Situation – Studenten lernen das Unternehmen, die Kultur und Aufgabengebiete kennen; wir sehen, ob ein Kandidat die dafür erforderlichen Fähigkeiten mitbringt, und die Universität oder Hochschule profitiert von praxisnahen Projekten für ihre Studierenden und Lehrkräfte.

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