Interview zur neuen Strategie Digitale Wirtschaft NRW

Portraitbild des Beauftragten für Digitale Wirtschaft
Interview
19. Juni 2015

"Die Digitalisierung bringt eine enorme Umwälzung der Wirtschaft mit sich."

Prof. Tobias Kollmann, Beauftragter für Digitale Wirtschaft NRW, hat am 19. Juni 2015 gemeinsam mit NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin die neue Strategie für die Digitale Wirtschaft NRW präsentiert. Im Interview erläutert er die Ziele der Strategie und erklärt die Schlüsselrolle von Startups für den digitalen Wandel in Nordrhein-Westfalen.

 
Frage:
Als Beauftragter für die Digitale Wirtschaft NRW bringen Sie den Digitalen Wandel in NRW voran. Was sind die großen Baustellen bei diesem Vorhaben?
Prof. Tobias Kollmann:

Nordrhein-Westfalen ist eine der stärksten Wirtschaftsregionen in Europa, mit einer gewachsenen Struktur an international tätigen Konzernen und sehr erfolgreichen mittelständischen Unternehmen. Die Digitalisierung wirkt sich bereits heute auf alle Wirtschaftszweige aus, teilweise mit enormer Wucht. Wir können beobachten, dass sich zwar immer mehr Unternehmen der Herausforderung bewusst sind, aber es gleichzeitig noch vielerorts an Digitalstrategien und auch Expertinnen und Experten in den eigenen Reihen mangelt. Die Wirtschaft in NRW steht im besonderen Maße vor der Herausforderung der digitalen Transformation. Deswegen haben wir uns mit der von Wirtschaftsminister Garrelt Duin 2014 gestarteten Initiative Digitale Wirtschaft NRW zur Aufgabe gemacht, erstens die digitale Wettbewerbsfähigkeit für die klassische Industrie und den Mittelstand zu thematisieren, zweitens die digitale Innovationskraft über die Förderung von Startups zu unterstützen und drittens die digitalen Synergien zwischen den Geschäftsmodellen der klassischen Industrie und den innovativen Startups aufzuzeigen.

Die Wirtschaft in NRW steht im besonderen Maße vor der Herausforderung der digitalen Transformation.

Frage:
In der am 19. Juni 2015 vorgestellten Strategie spielen Startups eine Schlüsselrolle. Warum sind diese jungen Unternehmen so wichtig für den digitalen Wandel in NRW?
Prof. Tobias Kollmann:

Startups der digitalen Wirtschaft sind Innovationstreiber. Sie sind Schnellboote, wenn es darum geht, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das ist auch ein Grund, warum sich zunehmend Konzerne an jungen Unternehmen beteiligen. Was häufig übersehen wird ist, dass gerade Internetstartups neue Arbeitsplätze schaffen, laut Startup-Monitor des BVDS im ersten Jahr mehr als vier Mal so viele wie „klassische“ Gründungen in anderen Branchen. Und nicht zuletzt sind Startups Talentschmieden für Digitalexpertinnen und -experten, die mit ihrem Know-how perspektivisch auch für Mittelstand und Großunternehmen interessant sind. Deswegen brauchen wir mehr Startups für Nordrhein-Westfalen. Ich bin überzeugt, dass das ein Schlüssel ist, um den digitalen Wandel in unserem Land zu beschleunigen.

Startups der digitalen Wirtschaft sind Innovationstreiber.

Frage:
In der Strategie wird erwähnt, dass die Digitalisierung von Industrie und Mittelstand unausweichlich sei? Warum ist dies so und wie kann die Landesregierung diesen Herausforderungen begegnen, um den Wandel voranzubringen?
Prof. Tobias Kollmann:

Das Bruttoinlandsprodukt in NRW kann nach Schätzungen der Prognos AG durch Digitalisierung und neue Technologien bis 2030 inflationsbereinigt um fast 150 Milliarden Euro steigen. Das zeigt die enormen Chancen der Digitalisierung für unsere Wirtschaft. Industrie und Mittelstand prägen unser Land. Dass NRW den Wandel in seiner DNA hat, haben wir in den vergangenen Jahrzehnten unter Beweis gestellt. Die Digitalisierung bringt eine enorme Umwälzung der Wirtschaft mit sich, einige sprechen bereits von der digitalen Revolution. Die Landesregierung kann in diesem Zusammenhang bei den Rahmenbedingungen für die Digitale Wirtschaft ansetzen, sie kann die Bedeutung des digitalen Wandels thematisieren und Angebote machen, um den Aufbau von nachhaltigen Strukturen zu erleichtern – Stichwort digitales Ökosystem. Genau das ist der Ansatz unserer Strategie und des Maßnahmenpakets. Wir wollen die Akteure und deren Engagement vor Ort unterstützen, zum Beispiel durch DWNRW-Hubs, also regionale Kompetenzzentren der digitalen Wirtschaft. Eines ist aber auch klar: Im Endeffekt muss die digitale Transformation in den Unternehmen geschehen.

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Zur Person:
Prof. Tobias Kollmann

Prof. Tobias Kollmann, Beauftragter für Digitale Wirtschaft NRW, hat die digitale Wettbewerbsfähigkeit der klassischen Industrie und des Mittelstands zum Thema. Er unterstützt die Innovationskraft über die Förderung von Start-Ups für und in NRW.

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