Gelsenkirchen gedenkt den Opfern von Auschwitz und Riga

Gelsenkirchen gedenkt den Opfern von Auschwitz und Riga

27. Januar 2020

Aus Anlass des internationalen Holocaust-Gedenktages am 27. Januar 2020 hat ein Aktionsbündnis bestehend aus der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, dem Institut für Stadtgeschichte und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. zu einer gemeinsamen Gedenkstunde in die Neue Synagoge in Gelsenkirchen eingeladen.

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Büro der Antisemitismusbeauftragten

Für die Antisemitismusbeauftrage des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ein wichtiger Anlass, um auf die Bedeutung der Erinnerungskultur hinzuweisen: „Auch 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz müssen wir Antisemitismus geschlossen entgegentreten. Wir als Gesellschaft sind gefordert, entschieden gegen das Vergessen vorzugehen, damit die Geschichte der Opfer weitererzählt wird. Das ist die Verantwortung, der wir gerecht werden müssen. Eine aktive Erinnerungskultur und frühe Sensibilisierung gegenüber Fremdenhass und Antisemitismus sind das beste Mittel, damit sich derartige Verbrechen gegen die Menschheit nie wiederholen können.“

Eine Schülergruppe aus Essen ist diesem Appell erst kürzlich gefolgt und hat eine Zeitzeugin in Antwerpen besucht. Über den Besuch ist ein Kurzfilm entstanden, in dem die ehemalige Zwangsarbeiterin sichtlich bewegten Schülerinnen und Schülern über Ihre Zeit im KZ-Außenlager der Gelsenberg Benzin AG berichtet.
Im darauffolgenden Podiumsgespräch mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Michael Schulz, Generalintendant Musiktheater im Revier, Denis Andric, Leiter des Staatsschutzes der Polizei Gelsenkirchen sowie Judith Neuwald‐Tasbach, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, wurden weitere Möglichkeiten diskutiert, um derartige Formen der Erinnerungskultur zu fördern, weiterzuentwickeln und langfristig auszubauen.

Zum Download öffnen Sie die Galerie bitte in der Mediathek.

Deportation Gelsenkirchener Juden am 27. Januar 1942 nach Riga
Bürgermeisterin Martina Rudowitz und Judith Neuwald-Tasbach, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, betonten in Ihren Grußworten zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz auch die besondere Bedeutung des 27. Januars für die Stadt Gelsenkirchen. Am 27. Januar 1942 bestiegen Gelsenkirchener Juden einen Deportationszug, der sie ins Konzentrationslager nach Riga transportierte. Die Liste des Gestapobezirks Münster, zu dem Gelsenkirchen gehörte, führt für diesen Transport die Namen von 339 Juden aus Gelsenkirchen auf. Nach weiteren Haltepunkten in Dortmund und Hannover erreichte der Zug der Deutschen Reichsbahn am 1. Februar 1942 Riga mit etwa 1.000 Menschen an Bord.

Zu den wenigen Überlebenden dieses Deportationszuges zählt Rolf Abrahamsohn, der am 6. Januar 2020 von Ministerpräsident Armin Laschet für seine Verdienste um das Land Nordrhein-Westfalen mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet wurde. Der gebürtige Marler hat mit anderen Überlebenden Jüdisches Leben im Ruhrgebiet erst wieder möglich gemacht. Er spricht regelmäßig vor Schülerinnen und Schülern und hält so die Erinnerung an das Menschheitsverbrechen des Holocaust und seine Opfer wach.

Internationaler Holocaust-Gedenktag
Der 27. Januar ist seit 1996 in der Bundesrepublik Deutschland den Opfern des Holocaust gewidmet. Der Gedenktag erinnert an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Alliierten am 27. Januar 1945. Die Vereinten Nationen haben das Datum 2005 zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfers des Holocausts erklärt.

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