Vereinbarkeit in der Familie

Vereinbarkeit in der Familie

Was kann ich schon vor der Geburt des Kindes mit meiner Partnerin vereinbaren, damit die Familie gut startet?

Es gibt eine ganze Reihe von Fragen, bei denen es sich anbietet, sie vor Geburt des Kindes gemeinsam zu klären. Hier einige davon:

  • Wie möchte das Paar die Erziehungs-, Betreuungs- und Hausarbeit unter sich aufteilen?
  • Wie soll die Elternzeit gestaltet sein?
  • Was ist zu bedenken, um die beruflichen Perspektiven für den Partner bzw. die Partnerin zu sichern?
  • Welche Erziehungsgrundsätze sind dem Paar wichtig?
  • Welche Form der Kinderbetreuung soll genutzt werden?

 
„Je näher die Vorstellungen der Eltern zur Rollenverteilung in der Partnerschaft beieinander liegen, desto leichter lässt sich das angestrebte Modell umsetzen und umso weniger Verhandlungsbedarf gibt es“, berichtet Karin Flaake, Professorin für Soziologie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Doch auch wenn sich beide Partner zum Beispiel einig sind, nach der Geburt des Kindes Elternschaft gleichberechtigt leben zu wollen, entwickeln sich oft Dynamiken, die dem entgegen stehen. Das macht eine Studie deutlich, an der Karin Flaake im Moment arbeitet und für die sie Paare interviewte. „Obwohl in den befragten Familien beide Elternteile eine gleichberechtigte Elternschaft verwirklichen wollten, zogen sich viele der Väter nach und nach aus dem Kontakt mit dem Kind zurück. Die Männer beschrieben, dass das intensive Zusammensein mit einem Baby sie in einer neuen Weise und auf einer emotionalen Ebene forderte, die zunächst sehr verunsichernd gewesen sei.“ Die Mütter neigten gleichzeitig dazu, den Vater aus dem ersten frühen Kontakt mit dem Neugeborenen auszuschließen. Das Stillen trug zu dieser Entwicklung bei. „Um gegenzusteuern, ist es für die Väter und Mütter hilfreich, auf konkrete Vereinbarungen zurückgreifen zu können, die sie vor der Geburt getroffen haben“, sagt die Wissenschaftlerin. Der Pädagoge und Väter-Berater Christian Beuker aus Lauenau bei Hannover sagt: „Ich rate Vätern, schon vor der Geburt des Kindes mit der Partnerin zusammen zu planen, wie die Tätigkeiten sinnvoll aufgeteilt werden können und wer welche Zeitanteile einbringt.“

Außerdem sei es hilfreich mit Freunden und Kollegen darüber zu sprechen, wie sie in der Familie zusammen leben. „Es ist empfehlenswert, Zeit in und mit Familien zu verbringen, die ein Modell und eine Familienqualität leben, die einem nachahmenswert erscheinen“, sagt der Fachmann. Die Eindrücke aus anderen Familie erweitern das Vaterbild und stellen alternative Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Den Kontakt zu Männern zu suchen, die bereits Kinder haben, sei auch in anderer Hinsicht ein Gewinn: „Dort bekommen werdende Väter oft auch viele ganz praktische Tipps und gewinnen Kompetenzen für das Leben mit Kind.“
 

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