Inklusion

Inklusion

Gibt es (eine)vorgeschriebene Obergrenze(n) für die Zahl von Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in einer Klasse?

Es gibt eine gelebte Praxis, aber keine verbindlichen Vorgaben. Hinter einer solchen Frage steht doch – unausgesprochen – meist die Annahme, dass der sonderpädagogische Förderbedarf der Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen immer ähnlich sei und dass nur eine begrenzte Zahl dieser Schülerinnen und Schüler den anderen „zugemutet“ werden könne. Unter den Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung gibt es leistungsstarke Kinder und Jugendliche – beispielsweise, weil ihr Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung ausschließlich durch eine körperliche Behinderung oder eine Sinnesschädigung bedingt ist. Es würde keinen Sinn machen, für die Zahl dieser Schülerinnen und Schüler eine Obergrenze festzulegen. Allerdings sorgt schon die Tatsache, dass diese Schülerinnen und Schüler eine kleine Gruppe ausmachen, dafür, dass in den allgemeinen Schulen selten viele von ihnen in einer Klasse gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler ohne Behinderungen lernen.

Daneben gibt es Schülerinnen und Schüler, deren sonderpädagogischer Förderbedarf darin begründet ist, dass sie eine geistige Behinderung oder eine Lernbehinderung haben oder besonders herausfordernde Verhaltensweisen aufweisen. Es hat wenig Sinn, viele eher leistungsschwache Kinder in einer Klasse zu unterrichten, weil Schülerinnen und Schüler gerade auch voneinander lernen. Insofern sollten möglichst in allen diesen Klassen auch leistungsstarke Schülerinnen und Schüler lernen. Aber auch ist es nicht generell sinnvoll, „Obergrenzen“ für die Zahl der Schülerinnen und Schüler festzulegen, die beispielsweise einen Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung oder Lernen haben. Die bisher gelebte Praxis zeigt aber, dass es in der Regel zwischen vier und sechs sind, weil eine solche „Bündelung“ ermöglicht, dass in mehreren Unterrichtsstunden zwei Lehrkräfte in der Klasse unterrichten und somit eine erweiterte bzw. vertiefte Differenzierung erfolgen kann.

Problematisch ist es in der Regel allerdings, eine größere Zahl von Schülerinnen und Schülern mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung in einer Klasse gemeinsam zu unterrichten, weil es dann sein kann, dass Schwierigkeiten potenziert werden.

Es kommt also entscheidend auf die Zusammensetzung der gesamten Klasse an, sowohl innerhalb der Gruppe von Schülerinnen und Schüler mit ganz unterschiedlichen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen als auch innerhalb der Gruppe ohne sonderpädagogische Förderbedarfe, die ja ebenfalls nicht einheitlich ist.

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