Inklusion

Inklusion

Warum sollen Schulen frühestens im dritten Schulbesuchsjahr den Antrag auf Feststellung eines Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung im Förderschwerpunkt Lernen stellen dürfen? Werden Kinder und Lehrkräfte dann nicht mit dem Problem allein gelassen?

Nein. Diese Regelung ist im Zusammenhang mit der Absicht zu sehen, dass für die Schülerinnen und Schüler, die einen Bedarf an sonderpädagogischen Unterstützung im Bereich der Lern- und Entwicklungsstörungen haben, ab 2014/2015 ein Stellenbudget mit Lehrkräften für sonderpädagogische Förderung im Bereich der Lern- und Entwicklungsstörungen bereit gestellt wird. Das heißt: die Lehrerstellen für die Förderung dieser Kinder stehen in der Region unabhängig von der förmlichen Feststellung eines Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung im Förderschwerpunkt Lernen zur Verfügung (siehe auch Antwort auf vorige Frage).

Ob ein sonderpädagogischer Förderbedarf bei Lern- und Entwicklungsstörungen besteht, kann unmittelbar zu Beginn der Schullaufbahn häufig noch nicht festgestellt werden. Allerdings sind frühzeitige diagnostische Verfahren in der Schuleingangsphase bei entsprechenden Anzeichen sinnvoll. Sie müssen jedoch nicht zu einer förmlichen Feststellung eines Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung führen, wenn das Kind auch schulintern – u.a. mit Unterstützung von Lehrkräften für sonderpädagogische Förderung – gefördert werden kann.

Die Schuleingangsphase an den Grundschulen kann je nach Entwicklung des Kindes in einem Jahr, in zwei oder drei Jahren durchlaufen werden. Für die Versetzung in Klasse 3 ist Voraussetzung, dass die Schülerinnen und Schüler die in den Lehrplänen der Grundschule beschriebenen Kompetenzen erworben haben. Ist dies auch nach drei Schulbesuchsjahren nicht der Fall, verbleiben die Kinder nicht weiter in der Schuleingangsphase, werden aber künftig „zieldifferent“ gefördert – das heißt, nicht nach den Lehrplänen der Grundschule, sondern nach individuell für sie entwickelten Förderplänen. Da diese Entscheidungmit einem tiefen Eingriff in die weitere Bildungslaufbahn eines Kindes verbunden sein kann, muss sie den Eltern auf einer rechtssicheren Basis – also durch Entscheidung der Schulaufsicht – mitgeteilt werden. Dies muss jedoch in der Regel frühestens zum Ende der Schuleingangsphase der Fall sein, da eine solche Entscheidung ja auch keine Auswirkung mehr auf die ohnehin in der Region zur Verfügung stehenden Stellen hat.

Im Übrigen können Eltern, wenn sie das wünschen, auch früher den Antrag auf Feststellung eines Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung stellen; die gesetzlich vorgesehene Einschränkung gilt nur für die Schulen unter Berücksichtigung der Regelungen wie in Punkt 10 beschrieben.

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