Familienplanung / Geburt ihres Kindes

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Wie bekomme ich das (gemeinsame) Sorgerecht für das Kind?

Miteinander verheiratete Eltern erhalten automatisch das gemeinsame Sorgerecht. Das gilt, wenn die Eltern bereits zum Zeitpunkt der Geburt miteinander verheiratet sind oder tritt ein, sobald sie nach der Geburt einander heiraten.

Hat der nicht mit der Mutter des Kindes verheiratete Vater die Vaterschaft anerkannt, kann das Elternpaar beim Notar oder kostenlos beim Jugendamt das gemeinsame Sorgerecht erklären. Dazu müssen die Eltern nicht in einem gemeinsamen Haushalt leben, auch die Staatsangehörigkeit der Eltern ist für diese Erklärung ohne Belang.

Geben die Eltern keine Sorgeerklärung ab, ist zunächst einmal die Mutter alleine sorgeberechtigt und alleinige gesetzliche Vertreterin des Kindes. Für die Ausübung des gemeinsamen Sorgerechts muss die Mutter bestimmen, das Sorgerecht zu teilen. Gleichzeitig muss der Vater erklären, dass er Vater des Kindes ist und das Sorgerecht annehmen will. Erteilt die Mutter nicht von Beginn an die erforderliche Zustimmung für das gemeinsame Sorgerecht, kann die Mutter auch noch zu einem späteren Zeitpunkt zustimmen.

In den Fällen, in denen die Mutter ein gemeinsames Sorgerecht ablehnt, kann der Vater das gemeinsame Sorgerecht bei einem Familiengericht beantragen, das dann über den Antrag positiv entscheidet, wenn die gemeinsame Sorge dem Kindeswohl entspricht. Der Vater kann auch die alleinige Sorge auf Antrag vom Familiengericht übertragen bekommen, wenn eine gemeinsame elterliche Sorge nicht in Frage kommt und zu erwarten ist, dass die Alleinsorge des Vaters dem Kindeswohl am besten zuträglich ist. Derzeit arbeitet das Bundesjustizministerium an einer Neuregelung des gemeinsamen Sorgerechts für nicht miteinander verheiratete Eltern. Vaeter.nrw.de berichtete über die verschiedenen europäischen Gerichtsentscheidungen, die diese Entwicklung begünstigten.

Die Sorgerechtserklärung kann schon vor der Geburt des Kindes abgegeben werden. Welche Unterlagen beizubringen sind, ist individuell verschieden und sollte im Vorfeld mit dem Jugendamt am Wohnsitz der Eltern bzw. der Mutter abgestimmt werden.

Auch wenn der Vater kein Sorgerecht hat, ist er zum Umgang mit seinem Kind berechtigt und verpflichtet. Die konkrete Ausgestaltung des Umgangsrechts müssen die Eltern miteinander vereinbaren. Hierbei können die Beteiligten auch die Hilfe des Jugendamtes in Anspruch nehmen. Kann keine Einigung erzielt werden, kann der Vater beim Familiengericht einen Antrag auf Regelung des Umgangs stellen. Das Familiengericht entscheidet nach der jeweiligen Lage des Einzelfalles unter Beachtung der berechtigten Wünsche der Umgangsberechtigten und des Kindes.
 

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