Einbürgerung

Einbürgerung

Wann kann ich nach der Einbürgerung meine alte Staatsangehörigkeit behalten?

Unter bestimmten Umständen werden mehrere Staatsangehörigkeiten akzeptiert. Wann das der Fall ist, lesen Sie im Folgenden. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Einbürgerungsbehörde, ob eine der folgenden Regelungen auf Sie zutrifft:

  • Nach dem Recht des anderen Staates ist es unmöglich, aus der bisherigen Staatsangehörigkeit auszuscheiden. In diesem Fall werden Sie unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit eingebürgert
  • Wenn Sie aus einem Land kommen, das seinen Bürgern die Entlassung aus der Staatsangehörigkeit verweigert, akzeptieren die deutschen Behörden Mehrstaatigkeit. Das ist gegenwärtig bei Staatsangehörigen aus Afghanistan, Algerien, Eritrea, Iran, Kuba, Libanon, Marokko, Syrien, Thailand und Tunesien der Fall.
  • Ihre Einbürgerung in Deutschland ist auch dann möglich, wenn Ihnen Ihr Herkunftsstaat die für die Aufgabe der ausländischen Staatsangehörigkeit notwendigen Formulare verweigert oder wenn er nach einer gewissen Zeit immer noch nicht über Ihren vollständigen Antrag entschieden hat.
  • Ihre bisherige Staatsangehörigkeit müssen Sie für eine Einbürgerung nicht aufgeben, wenn der andere Staat Ihnen unzumutbare Bedingungen für die Entlassung stellt. Unzumutbar können z.B. überhöhte Gebühren sein. Das ist dann der Fall, wenn der ausländische Staat von Ihnen für die Entlassung eine Gebühr verlangt, die höher als Ihr monatliches Bruttoeinkommen ist, aber mindestens 1.280,00 Euro beträgt. Wenn Sie bereits das sechzigste Lebensjahr vollendet haben, gelten hinsichtlich der Frage der Hinnahme von Mehrstaatigkeit etwas andere Regeln. Je nach Einzelfall können z.B. auch gesundheitliche Schwierigkeiten zu Ihren Gunsten berücksichtigt werden.
  • Nicht jede Bedingung, die der andere Staat stellt, ist unzumutbar. Das gilt z.B., wenn Ihnen der andere Staat die Entlassung aus der Staatsbürgerschaft verweigert, weil Sie ein vom Staat gewährtes Stipendium nicht zurückgezahlt haben. Sie müssen Ihre Verpflichtungen gegenüber dem anderen Staat erfüllt haben. Das gilt im Grundsatz auch für die Wehrpflicht. Von diesem Grundsatz gibt es aber Ausnahmen. Die Erfüllung der Wehrpflicht im Staat Ihrer bisherigen Staatsangehörigkeit kann insbesondere dann unzumutbar sein, wenn Sie in Deutschland bereits in der zweiten oder dritten Generation leben. Nutzen Sie auch hier bitte das Beratungsangebot der Einbürgerungsbehörden oder Beratungsstellen.
  • Mehrstaatigkeit wird auch akzeptiert, wenn Sie einer besonders schutzbedürftigen Gruppe angehören. Dies ist der Fall, wenn Sie als Flüchtling anerkannt worden sind. In diesen Fällen prüft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge allerdings oft, ob die Verfolgung fortbesteht.
  • Für Bürger der Staaten der Europäischen Union und der Schweiz gilt eine Sonderregelung: Sie müssen vor einer Einbürgerung nicht ihre bisherige Staatsangehörigkeit ablegen.
  • Allerdings kann es sein, dass Sie nach dem Recht des anderen Staates ihre bisherige Staatsangehörigkeit automatisch verlieren, wenn Sie sich in Deutschland einbürgern lassen. Wenn Sie Zweifel haben, sollten Sie sich an die Botschaft oder ein Konsulat des Landes Ihrer bisherigen  Staatsangehörigkeit wenden.
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