Ministerpräsidentin Kraft bei der Evangelischen Synode

Das Bild zeigt Ministerpräsidentin Kraft bei ihrer Rede.
12. Januar 2015

Evangelische Synode: Politik und Kirchen beziehen klar Position.

Ministerpräsidentin Kraft bei der Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland in Bad Neuenahr

Politik und Kirchen beziehen nach der islamistischen Terrorwelle in Paris klar Position. Vor der Synode der Evangelischen Kirche in Bad Neuenahr findet NRW-Ministerpräsidentin Kraft entschiedene Worte gegen Terror, aber auch gegen Fremden- und Islamfeindlichkeit.

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Bad Neuenahr (dpa/lnw) - Unter dem Eindruck der islamistischen Terroranschläge in Paris haben Politik und Kirche in Nordrhein-Westfalen vor einem «Generalverdacht» gegen Muslime gewarnt. "Die Millionen Muslime, die friedlich und integriert bei uns leben, haben nichts zu tun mit den wenigen radikalen Islamisten, die es auch gibt", sagte NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am Montag vor der Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland in Bad Neuenahr. Hannelore Kraft und der rheinische Präses Manfred Rekowski forderten ein entschiedenes Eintreten gegen islamfeindliche Bewegungen wie Pegida. Rekowski sagte: "Es darf nicht sein, dass Muslime in unserem Land zunehmend Angst haben müssen."

Die Anschläge in Paris seien "Angriffe auf uns alle und gehen an die Grundfesten unserer Gesellschaft", sagte Kraft.

Es geht auch um unsere gemeinsamen Werte.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft

Auch Muslime fühlten sich von radikalen Islamisten bedroht. Die Religionsfreiheit sei ein "Grundrecht für alle Religionen". Das müssten auch die verstehen, «die in Dresden und anderen Städten faseln von der angeblichen Islamisierung des Abendlandes". Die Ministerpräsidentin forderte alle auf, sich deutlich zu bekennen - "jetzt erst recht, wo auch einige ihr fremdenfeindliches Süppchen auf den Ereignissen erkennbar kochen wollen". Sie erinnerte auch an den Anschlag auf eine Synagoge in Wuppertal vergangenes Jahr sowie an die jüngsten Hakenkreuzschmierereien an einer Moschee in Dormagen. 

Rekowski warnte vor einer generellen Verunglimpfung von Muslimen. "Globale Krisen, das entfesselte Wüten der Kämpfer des "Islamischen Staates", die Auswüchse eines islamischen Extremismus" machten ratlos und verstärkten die "diffusen Ängste" vor dem Islam, sagte er. Die Kirche müsse deshalb auch für Menschen ansprechbar bleiben, die verunsichert würden durch sich rasant verändernde Stadtteile und die sich mitunter fremd fühlten. Zugleich betonte Rekowski: "Reale Gefahren, etwa durch einen gewaltbereiten Salafismus, gilt es mit allen Mitteln des Rechtsstaats zu bekämpfen."

Mehrere islamistische Anschläge, Morden und Geiselnahmen hatte in der vergangenen Woche 17 Menschenleben in Paris ausgelöscht. Allein der Angriff auf das Satireblatt "Charlie Hebdo" forderte zwölf Todesopfer.

Sowohl Kraft als auch Rekowski forderten eine Verbesserung der Situation der Flüchtlinge in Deutschland und einen besseren Umgang mit den schutzbedürftigen Menschen. Die Bilder von Misshandlungen von Flüchtlingen in einer Unterkunft in Burbach hätten sie beschämt, sagte Kraft. Die Kirche halte an ihrer Forderung fest, dass Deutschland mehr Flüchtlinge aufnehmen müsse, sagte Rekowski.

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