Leben auf die Bühne bringen

1. Dezember 2015

Düsseldorfer Projekt „Global InterACT“ ermöglicht Flüchtlingen ihre schauspielerischen Talente zu erkunden und Erlebtes künstlerisch zu verarbeiten

Es geht nicht um Schnelligkeit. Nicola Glück macht sich da keine falschen Vorstellungen: „Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir ein ganzes Theaterstück zusammen haben. Aber das ist auch völlig in Ordnung so.“ Die international erfahrene Regisseurin ist Initiatorin von „Global InterACT“, einem Theaterprojekt mit und für Flüchtlinge und asylsuchende Menschen in Düsseldorf.

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Seit April 2015 trifft Nicola Glück sich mit einer Gruppe von rund 15 Flüchtlingen immer freitags zu gemeinsamen Proben im Bachsaal der Johanneskirche am Martin-Luther-Platz. „Meist gibt es sehr viel zu besprechen, was nichts mit Schauspiel zu tun hat. Deswegen sitzen wir oft schon vor den eigentlichen Proben im benachbarten Café zusammen, um uns über allgemeine Probleme auszutauschen“, so Glück.

Nicht nur bei den Runden im Café, sondern auch in den gemeinsam erarbeiteten Theaterszenen werden die großen und kleinen Hindernisse aus dem Leben der Flüchtlinge thematisiert. „Das sind meist ganz alltägliche Dinge, wie etwa eine Fahrscheinkontrolle in der Straßenbahn oder der Besuch auf einem Amt. Manchmal sind es aber auch sehr, sehr intime Erlebnisse von der Flucht, die wir gemeinsam szenisch verarbeiten“, erklärt Glück. „Auch wenn wir hier keinerlei Therapiearbeit leisten, habe ich den Eindruck, dass den Flüchtlingen diese Arbeit auch seelisch sehr gut tut.“

Die verschiedenen kulturellen Hintergründe und Sprachen sind dabei kein Hindernis. „Wir versuchen uns so gut es geht auf Deutsch zu unterhalten. Klappt das nicht, nehmen wir Englisch oder jemand übersetzt auf Arabisch oder Farsi“, so Glück. Überhaupt regt der Austausch zwischen den verschiedenen Sprachen und Kulturen die Kreativität aller Beteiligten an. „Lockere Sprachspiele gehören bei uns genauso dazu, wie das Erlernen schauspielerischer Fertigkeiten. Ich habe zwar schon viele Theaterproduktionen geleitet, staune aber immer darüber, was für kreative Ideen allein durch die 'bunte' Zusammensetzung der Truppe zustande kommen“, sagt Glück.

Grundsätzlich ginge es dabei sogar ganz ohne Sprache. Glück: „Theater ist sehr vielfältig in den seinen Ausdrucksformen. Es funktioniert wie Musik über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg. Wenn wir etwa mit Sprache nicht weiterkommen, können wir uns auch über Bewegung oder Pantomime ausdrücken.“

Erlebnisse, Gefühle und Stimmungen in künstlerischen Ausdruck verwandeln – so lässt sich die Arbeit des Projekts am besten zusammenfassen. Dies war für Glück auch der eigentliche Antrieb, ein Theaterprojekt mit Flüchtlingen auf die Beine zu stellen. „Wir tragen alle kleine und große Geschichten mit uns herum. Sich darüber auszutauschen, kulturelle Darbietungen zu besuchen oder schöne Dinge zu betrachten, macht für mich das Menschsein aus. Kultur macht uns alle reich und hilft so auch über schwere Zeiten hinweg.“

Die Arbeit des Projekts geht mittlerweile weit über die künstlerische Tätigkeit hinaus. Gemeinsam werden Theatervorführungen und andere Veranstaltungen besucht. Möglich wird das unter anderem durch gespendete Freikarten. „Ich versuche so gut es geht auch bei allgemeinen Problemen zu helfen, wie etwa bei Behördengängen, Wohnungssuche oder ähnlichem“, so Glück.

Das Projekt ist auch weiterhin offen für Flüchtlinge, Migranten und Deutsche, die sich bei regelmäßiger Teilnahme auf ein spannendes interkulturelles Theaterprojekt einlassen wollen. Bei Interesse wird um Kontaktaufnahme gebeten.
 

Flüchtlingshilfe auf www.ich-helfe.nrw
Auf unserer Internetplattform www.ich-helfe.nrw stellen sich Organisationen, Institutionen oder Initiativen vor, die sich in der Flüchtlingshilfe ‎engagieren und Ihre Unterstützung brauchen. Eine von Ihnen ist das Projekt "Global InterACT" in Düsseldorf. Hier finden Sie weitere Informationen zur Düsseldorfer Initiative: https://www.ich-helfe.nrw/eintrag/?id=224

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