"Projekt Ankommen" wirkt in Dortmund

Projekt Ankommen.
9. November 2015

Dortmunder Initiative aus Ehrenamtlern unterstützt Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Deutschland

"Es tut gut, wenn man sieht, dass Menschen nach so langer Zeit endlich zur Ruhe kommen können."

„Ankommen“ – was einfach klingt, wird für viele Flüchtlinge zu einer schier unüberwindbaren Aufgabe. Nicht selten sind sie in einem fremden Land völlig auf sich allein gestellt. Eine Dortmunder Initiative aus ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterstützt Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Deutschland.

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Nahid Farshi, Vorsitzende der Dortmunder Initiative „Projekt Ankommen.“ weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig dieses "Ankommen" sein kann: „Ich bin 1984 als politischer Flüchtling nach Deutschland gekommen und war froh, dass mir jemand dabei geholfen hat, mich hier zurecht zu finden.“ Die Vorsitzende stammt aus dem Iran.

Projekt Ankommen.

Links: Nahid Farshi von der Initiative "Projekt Ankommen".

Bereits seit mehreren Jahren setzt sich Nahid Farshi deshalb selbst aktiv in der Flüchtlingshilfe ein. Die Idee zum „Projekt Ankommen.“ entwickelte sie dabei Anfang dieses Jahres gemeinsam mit einigen anderen ehrenamtlichen Helfern aus Dortmund.

„Uns ist aufgefallen, dass es eine Versorgungslücke gibt, wenn Flüchtlinge die städtischen Unterkünfte verlassen“, so Farshi. „Umziehen, Ummelden, GEZ-Gebühren zahlen oder Stromanmelden – das ist für viele Flüchtlinge zunächst völlig fremd. Wir unterstützen sie nicht nur beim eigentlichen Umzug, sondern auch bei den Formalien drum herum.“

Nach der Vereinsgründung im April 2015 traten schnell weitere Angebote hinzu. „Mittlerweile bieten wir neben der Umzugshilfe auch Deutschkurse an. Außerdem vermitteln wir Patenschaften und führen Veranstaltungen und Aktionen durch.“

Bei den Patenschaften führt das Projekt Ehrenamtler mit Flüchtlingen zusammen. Der Pate hilft etwa bei Behördengängen oder dem Besuch beim Arzt. „Um die Paten in ihrem Einsatz zu unterstützen, haben wir regelmäßige Stammtische eingeführt. Für verschiedene Bereiche haben wir auch Experten in den Reihen, wie Handwerker, Dolmetscher oder Juristen. Auch da lassen wir niemanden alleine.“

Aus den Patenschaften entstehen nicht selten echte Freundschaften. „Mich persönlich hat besonders die Geschichte eines jungen Mannes aus Myanmar beeindruckt“, so Farshi. Dessen ganze Familie war in seinem Heimatland ums Leben gekommen. Der junge Mann selbst hatte noch nie Ausweispapiere besessen. Farshi: „Ich habe ihm dabei geholfen, sich hier registrieren zu lassen und die Abschiebung aus Deutschland verhindert. Mittlerweile hat er hier viele Freunde gefunden, lernt Deutsch und sieht mich teilweise als eine Art Mutterersatz an. Es tut gut, wenn man sieht, dass Menschen nach so langer Zeit endlich zur Ruhe kommen können.“

Das Engagement des Projekts spricht sich herum. Aus der Gruppe von anfangs 15 ehrenamtlichen Helfern sind inzwischen 400 geworden. In den nächsten Monaten will das Projekt seine Arbeit um weitere Bereiche erweitern. „Wir möchten den Flüchtlingen etwa auch dabei helfen, Jobs und Praktikumsstellen zu finden oder sich an einer Uni einzuschreiben“, sagt Nahid Farshi. Auch in den Bereichen Sport und Gesundheitswesen baut die Initiative aktuell Hilfsstrukturen auf.

Die Unkosten des Vereins werden dabei komplett durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert. Die meisten Kosten entstehen derzeit bei den Umzügen. Nahid Farshi: „Toll wäre es, wenn wir einen eigenen Transporter hätten. Auch ein Platz um Möbelspenden unterzustellen, würde uns sehr weiterhelfen.“

 
Flüchtlingshilfe auf www.ich-helfe.nrw
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