Der „Geburtsort" Nordrhein-Westfalens

1. August 2016

Der „Geburtsort" Nordrhein-Westfalens

70 Jahre Nordrhein-Westfalen

Einen Steinwurf von der Düsseldorfer Königsallee entfernt befindet sich der „Geburtsort" Nordrhein-Westfalens. In dem roten Sandsteinbau wurde von den Alliierten vor 70 Jahren das neue Bundesland entworfen.

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Mit Material von dpa/lnw

Grimmig dreinschauende Adler und muskelbepackte nackte Männerkörper aus rotem Sandstein recken sich aus der Fassade. Das Baudenkmal an der Bastionstraße in Düsseldorf ist nur unmittelbar von der „Kö" entfernt. In Anlehnung an den ersten Besitzer des Gebäudes, den Stahlverband der mächtigen Ruhrbarone ,steht in goldenen Buchstaben „Stahlhof" an der Fassade.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten in dem Gebäude andere die Macht: Die britische Militärregierung herrschte von hier aus und hielt in holzvertäfelten Räumen mit Parkettboden die entscheidenden Besprechungen ab für Dekret Nr. 46: die Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen am 23. August 1946. Bereits im Vorfeld, nämlich am 6. August, kam im Stahlhof die erste zivile Regierung des neuen Bindestrich-Landes unter dem ersten Ministerpräsidenten Rudolf Amelunxen erstmals zusammen. 

Militärische Vergangenheit

Der Ort hat aber nicht nur eine industrielle und politische, sondern auch eine militärische Vergangenheit. Einst war auf dem Gelände ein Exerzierplatz für die dort kasernierten kurpfälzischen Truppen.

Düsseldorf war Ende des 19. Jahrhunderts noch Garnisonsstadt.

Die Kasernen wurden nach 1900 abgerissen. 1904 beschloss die Stahlwerkverband Aktien-Gesellschaft", der Zusammenschluss der deutschen und luxemburgischen Eisen- und Stahlindustrie, den Bau eines eigenen Verwaltungsgebäudes. Die Bauzeit für den Stahlhof betrug 27 Monate. Im Jahre 1908 wurde das Gebäude fertiggestellt. Es kostete 2,3 Millionen Goldmark. Mit der Ansiedlung des Stahlwerkverbandes begann Düsseldorfs Aufstieg zum Schreibtisch des Ruhrgebiets".

Verwaltungsgericht Düsseldorf 

Heutzutage wird hinter der roten Fassade täglich Recht gesprochen: Rund hundert Richter des Verwaltungsgerichts sind nun hier zu Hause und achten auf die Einhaltung des Gesetze. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf ist seit 45 Jahren im Stahlhof untergebracht. Hausherr ist Gerichtspräsident Andreas Heusch: „Wir sind gerne hier. Uns ist bewusst, dass das ein besonders geschichtsträchtiges Gebäude ist." Auf der Webseite des Verwaltungsgerichts Düsseldorf ist die Geschichte des Gebäudes nachlesbar.

Heusch lobt den Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB): „Das Haus ist bis vor fünf Jahren mit sehr viel Liebe saniert worden. Der BLB war sehr darauf bedacht, es als Schmuckstück zu erhalten."

Tag der offenen Tür

Eine aufwendige Kupfer-Kuppel ziert das Dach mit seinen bunten Schindeln, die bei der denkmalgerechten Instandsetzung ein kleines Vermögen verschlangen. Zum 70. Landesgeburtstag öffnet das Gericht am diesjährigen NRW-Tag, am 27. August, für einen Tag seine Türen. Interessierte sind Herzlich eingeldaen.

 

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