Landesverdienstorden für Dr. Guido Westerwelle

16. September 2015

Bundesaußenminister a.D. Dr. Guido Westerwelle mit dem Landesverdienstorden geehrt

Am 16. September 2015 hatte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft Bundesaußenminister a.D. Dr. Guido Westerwelle mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

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Die Laudatio im Wortlaut:

„Deutschland braucht „nicht weniger, sondern mehr Europa“, so lautet der Grundsatz einer großen Persön­lichkeit, die wir nun ehren wollen.
 
Sie, lieber Guido Westerwelle, haben als deutscher Außenminister und Vize-Kanzler an diesem Leitsatz nie einen Zweifel gelassen. Und mit dieser klaren euro­päischen Ausrichtung, die ja tatsächlich zu­gleich eine Ausrichtung an den Interessen Deutschlands ist, haben Sie die Aufgaben ange­packt, die sich in Ihrer Amtszeit gestellt haben.

Ich denke dabei vor allem an die Bewältigung der Euro-Krise, die Schwierigkeit, Europa in dieser Krise zusammenzuhalten und den Rückzug einzel­ner Staaten auf ihr rein nationales Interesse zu verhindern. Für Sie war immer klar: Europa hat einen Preis, aber vor allem hat es einen über­ragenden Wert. Darum haben Sie sich stets leiden­schaft­lich für die europäische Idee engagiert, Darum haben Sie stets betont, dass Europa mehr ist als Binnenmarkt und Währungsunion, nämlich vor allem auch eine Werte- und Kulturgemeinschaft. Und darum war es für Sie auch immer eine wirkliche Herzens­angelegenheit, insbesondere den Aus­tausch Deutschlands mit unseren Nachbarn Frank­reich und Polen zu intensivieren.

Gerade in diesen Tagen und Wochen erleben wir schmerzhaft, dass wir auf unserem Kontinent viel mehr solcher echten und überzeugten Europäer wie Sie bräuchten, lieber Guido Westerwelle. In Ihre Amtszeit als Bundesaußenminister fielen die Um­brüche in mehreren arabischen Ländern, die unter dem Begriff „arabischer Frühling“ große Erwar­tungen weckten. Sie haben diese Prozesse mit sehr viel Anteilnahme und Sensibilität verfolgt und begleitet. Darum waren Sie auch immer skeptisch, was die Wirksamkeit militärischer Inter­ventionen angeht.

Mit außerordentlichem Engagement brachte Guido Westerwelle sich in die Nahost-Friedens­ver­hand­lungen zwischen Palästinensern und Israelis ein. Auf zahlreichen Reisen in die Region, setzte er sich konsequent und mit Nach­druck für die Zwei-Staaten-Lösung ein – eine Linie, die die deutsche Außenpolitik bis heute weiter verfolgt.

Auch für den Wiederaufbau Afghanistans hat sich Guido Westerwelle außerordentlich stark engagiert, ich denke hier nur an die große Wiederauf­bau­kon­ferenz mit der afghanischen Regierung im Dezember 2011 in Bonn.

Trotz seiner weltweiten Aktivitäten blieb Guido Westerwelle seinem Nordrhein-Westfalen stets ver­bunden: So hat er beispielsweise auch als Bundes­außenminister auf seiner Lateinamerikareise 2012 im NRW-Partnerbundesstaat Rio de Janeiro für die An­siedlung eines Wirtschaftsbüros in Köln gewor­ben. Er hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass sich die Städtepartnerschaft zwischen Köln und Rio de Janeiro – und der damit ver­bundene Austausch zwischen der brasilia­nischen und der rheinischen Metropole – so aktiv gestalten.

Zu seinen herausragenden Leistungen gehört das mehr als 3 Jahrzehnte währende Engagement für die Freien Demokraten. In unter­schied­lichen Funktionen und Ämtern bis hin zu General­sekretär, Vor­sitzender der Bundestags­fraktion und Bundes­vorsitzender der Partei und auch als Bonner Mandats­träger prägte Guido Westerwelle über viele Jahre das Bild der FDP.

Bei der Übergabe des Landesverdienstorden an Dr. Guido Westerwelle hielt Ministerpräsidentin Kraft eine Laudatio auf den früheren Bundesminister:

"Es verdient höchste Anerkennung, dass sich Guido Westerwelle auch nach seinem Rückzug aus den politischen Ämtern in seiner gemeinnützigen „Wester­welle Foundation“ ehrenamtlich für die inter­nationale Verständigung einsetzt und sich seit Beginn dieses Jahres überdies im Kuratorium der Bertelsmann Stiftung engagiert.

Wir alle freuen uns und sind dankbar dafür, dass Guido Westerwelle seine umfang­reichen politischen Erfahrungen weiter in den Dienst der Gemeinschaft stellt.

Wir alle sind auch dankbar dafür, dass er sich stets für die Bundesstadt Bonn stark gemacht hat.

Wir ehren mit Guido Westerwelle nicht zuletzt einen echten Botschafter des Rheinlandes, der sich – anders als man es Diplomaten sonst nachsagt – durch eine sehr klare und verständliche Sprache auszeichnet."

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