TSC Steinheim unterstützt junges Fußballtalent aus Guinea

Das Foto zeigt Cellou Diallo (l.) mit seinem Fußballtrainer Haydar Özdemir an der Seite eines Fußballplatzes
15. September 2015

TSC Steinheim entdeckt Fußballtalent aus dem Flüchtlingsheim

Vom Probe-Training beim Kreisligisten zur Stammkraft beim Fußball-Regionalligisten SV Rödinghausen in weniger als einem Jahr: Dieser rasante Aufstieg ist Cellou Diallo gelungen, ein 19jähriger Flüchtling aus dem westafrikanischen Guinea. Ohne die Unterstützung seines Trainers Haydar Özdemir wäre der junge Kicker wahrscheinlich niemals entdeckt worden.

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Der 37jährige Steinheimer Haydar Özdemir begegnete seinem jungen Schützling im vergangenen Oktober in einem Steinheimer Internetcafe zum ersten Mal. "Wir haben uns damals im Café eine Bundesliga-Partie angeschaut", erzählt Trainer Özdemir. Beide Fußballbegeisterte waren schnell ins Gespräch gekommen, "in einer Mischung aus Englisch, Deutsch und mit Hilfe der Hände", erinnert sich Haydar Özdemir. Das Gespräch endete damit, dass Haydar Özdemir den jungen Mann zum Fußballtraining beim damaligen Kreisligisten B einlud - und damit begann auch der Aufstieg von Cellou Diallo in der westfälischen Fußballwelt.

Nach nur wenigen Trainingseinheiten bei den Steinheimern war für Haydar Özdemir klar: In Cellou Diallo steckt jede Menge Fußballertalent, das gefördert werden muss. Für den jungen Kicker, der nach eigenen Angaben bis dato noch niemals richtige Fußballschuhe getragen hatte, war dann dank der Hilfe des TSC schnell ein offizieller Spielerpass für die Kreisliga besorgt. Schon nach wenigen Einsätzen war Diallo aus der Stammelf nicht wegzudenken. In seiner ersten Saison schoss er als offensive Mittelfeldkraft 18 Tore, bereitete mindestens genauso viele Treffer vor und half entscheidend daran mit, dass dem TSC Steinheim der Aufstieg in die Kreisliga A gelang.

Cellou Diallo (Mitte, 1. Reihe vorne) feiert mit seiner Mannschaft des TSC Steinheim den Aufstieg in die Kreisliga A

Auch außerhalb des grünen Rasens wurde Diallo zum guten Beispiel für Integration: Er belegte einen täglichen Deutschkurs, verbrachte möglichst viel Zeit mit seinen Mitspielern und Club-Mitgliedern und wird von allen Menschen als sympathischer und offener Charakter gelobt.

"Es macht bei uns keinen Unterschied, wo jemand herkommt. Bei uns im Verein spielen Religion und Aussehen keine Rolle", erklärt Haydar Özdemir. In seinem Verein haben viele Fußballer türkische, syrischen oder albanische Wurzeln. "Die Tür ist für jeden offen, der kicken kann", sagt der 37-Jährige. Für den Trainer war es von Beginn an eine Herzensangelegenheit, jungen Flüchtlingen aus Steinheim und Umgebung zu helfen und so einen Beitrag zur Flüchtlingshilfe zu leisten. Zehn bis 15 weitere Flüchtlinge aus Unterkünften in der Nähe dürfen ebenfalls beim TSC Steinheim mittrainieren. Wer genug Ausdauer und Athletik mitbringt, hat auch eine Chance, Teil der Mannschaft zu werden. Auch wenn kein anderer junger Mann aus einem Flüchtlingheim so viel Talent mitbringt wie Cellou Diallo, ist es Haydar Özdemir und seinem Verein dennoch wichtig, ihnen über den Sport eine Perspektive zu geben.

Trainer Özdemir hätte Cellou Diallo natürlich am liebsten beim TSC Steinheim behalten. Allerdings hatte er Cellou Diallo versprochen, ihn bei einem höherklassigen Verein unterzubringen. Dank guter Kontakte zu weiteren Vereinen in der Region gelang es Haydar Özdemir, dass Cellou Diallo beim Viertligisten SV Rödinghausen ein Probetraining absolvieren durfte. Zwischen beiden Vereinen liegen sechs Spielklassen Unterschied. Diallo schien die Herausforderung nicht zu beeindrucken: Gleich im ersten Trainingsspiel schoss er mehrere Tore und durfte zu einem zweiten Training wiederkommen. Nach mehreren Probetrainings, bei denen Diallo immer vom seinem Steinheimer Trainer Haydar Özdemir begleitet wurde, war der SV Rödinghausen schließlich überzeugt. Cellou Diallo erhielt seinen ersten Spielervertrag. Für den jungen Mann aus Guinea erfüllte sich damit ein Lebenstraum: Als Flüchtling hat er fortan eine offizielle Spielberechtigung des DFB und ist plötzlich auf dem Weg, Fußballprofi zu werden. Zudem kann er seine alte Flüchtlingsunterkunft verlassen und in Rödinghauen in eine private Wohnung ziehen.

Zur neuen Saison 2015/16 wurde Cellou Diallo schließlich als Teil der neuen Regionalliga-Mannschaft des SV Rödinghausen offiziell vorgestellt. Viele Presseanfragen folgen, die Erfolgsstory des jungen Westafrikaners, der "von der Straße in die Regionalliga" aufsteigt, kommt gut an. Cellou Diallo beweist auf dem Platz, dass sich seine Verpflichtung gelohnt hat: Zum Saisonauftakt im August trifft der Flüchtling aus Guinea in seinem ersten Pflichtspiel für den SVR mit seinem ersten Ballkontakt zur Führung. Seitdem hat er noch zwei weitere Treffer vorbereitet - eine gute Bilanz für einen Neueinstieger in der vierthöchsten Spielklasse. Für Cellou Diallo ist es nun wichtig, dran zu bleiben, ohne Verletzungssorgen und dass er Stammkraft beim Regionalligisten bleibt. Er möchte seinen sportlichen Weg fortsetzen, am liebsten in der Bundesliga, und sich noch weitere Träume als junger Mensch in Nordrhein-Westfalen erfüllen.

 
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