Verleihung des Landesverdienstordens am 23. Juni 2014

Verleihung des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen, 23.06.2014
23. Juni 2014

Verleihung des Landesverdienstordens am 23. Juni 2014

Stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann überreicht Landesverdienstorden an elf Bürgerinnen und Bürger

Die stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann hat in Vertretung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an elf Bürgerinnen und Bürger aus NRW überreicht.

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In einer Feierstunde in Düsseldorf lobte sie die herausragenden Verdienste dieser Frauen und Männer für die Gemeinschaft und hob den besonderen Wert des ehrenamtlichen Engagements hervor: “Sie alle, meine Damen und Herren, stehen für Werte. Werte, die nicht ‘von oben’ verordnet werden können, Werte, die vorgelebt werden müssen. Für Sie sind Menschenwürde, Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz und Zivilcourage keine bloßen Worte – Sie erfüllen sie mit Leben und das seit vielen Jahren und oft genug Tag für Tag.“

Die stellvertretende Ministerpräsidentin hob die Bedeutung des Verdienstordens hervor, der 1986 aus Anlass des 40. Geburtstages des Landes Nordrhein-Westfalen gestiftet worden ist. Er wird an Bürgerinnen und Bürger aus allen Gruppen der Bevölkerung verliehen in Anerkennung ihrer außerordentlichen Verdienste für die Allgemeinheit. Die Zahl der Landesorden ist auf 2.500 begrenzt. In den 28 Jahren seines Bestehens sind bisher nur knapp 1.500 Frauen und Männer ausgezeichnet worden. Dies mache, so Sylvia Löhrmann, deutlich, dass der Landesverdienstorden eine „wirkliche Rarität“ sei.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin überreichte die Orden an:

  • Horst Bohlmann, Hüllhorst
  • Hans-Helmut Eickschen, Moers
  • Gisela Freier, Adenau-Reifferscheid
  • Dagmar Freitag, MdB, Iserlohn
  • Ute Heid, Wachtberg
  • Hermann Hibbeler, Lage
  • Fritz-Joachim Kock, Willich
  • Heinrich-Josef Kramer, Essen
  • Marie-Luise Marjan, Hamburg/Köln
  • Karl Heinz Nawarotzky, Moers
  • Dr. Hermann-Josef Roth, Bonn

Die Laudationes im Wortlaut

Horst Bohlmann aus Hüllhorst

„Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel“, so der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche.

Horst Bohlmann gehört eindeutig zu denjenigen, die selten das Ziel aus den Augen verlieren – seines ist die Integration von Menschen mit Behinderung. Selbst Vater einer Tochter mit Handicap engagiert er sich seit über 30 Jahren für den Verein „Lebenshilfe Lübbecke e.V.“ – seit über 25 Jahren als Vorsitzender.

Dieses überaus zeitintensive Ehrenamt übte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2010 neben seinem beruflichen Wirken als Ausbildungsleiter bei der Deutschen Telekom aus.

Insbesondere kümmerte sich Horst Bohlmann um den Ausbau der Lebenshilfe-Einrichtungen im Altkreis Lübbecke und im nördlichen Kreis Herford. Die Lebenshilfe Lübbecke deckt mit ihren Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Beratungsstelle, Lebenshilfe-Center, Wohn- und Werkstätten sowie dem ambulant betreuten Wohnen fast den gesamten Lebensbereich von Menschen mit Behinderung ab. Horst Bohlmann sorgte dafür, dass sich die wohnortnahe Versorgung behinderter Menschen erheblich verbesserte. Es ist sein Erfolg, dass heute bereits rund 800 Menschen in sechs Betriebsstätten betreut werden. Weiterhin brachte er das „Ambulant betreute Wohnen“ sowie die „Familien entlastenden Dienste“ auf den Weg. Die Zahl der Wohnplätze stieg von ehemals 50 in einem Wohnheim auf mehr als 200 in fünf Häusern.

Es ist Horst Bohlmann zu verdanken, dass in den genannten Institutionen täglich rund 1.500 Menschen mit Handicap von rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut und begleitet werden. Und viele von ihnen haben hier – neben Betreuung und Förderung – vor allem auch eine Heimat gefunden.

Horst Bohlmann war Geschäftsführer der ‚Lübbecker Werkstätten gGmbH‘; seit 2000 gehört er dem Aufsichtsrat der ‚Lübbecker Werkstätten gGmbH‘ sowie der ‚Wohnen und Begleiten gGmbH‘ an, ebenfalls dem Kuratorium der ‚Stiftung Lebenshilfe Lübbecke seit 2001 – alles Einrichtungen der Lebenshilfe. Auch auf Landesebene ist Horst Bohlmann sehr engagiert: zunächst einige Jahre im Beirat des Landesverbandes Lebenshilfe NRW aktiv, gehört er seit 2004 dem Landesvorstand an – dem obersten Organ der Lebenshilfe NRW. 2012 wurde er zum stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt.

Lieber Horst Bohlmann, Sie haben unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit zum Wohle vieler Menschen mit Handicap geleistet – immer mit dem Ziel, den Inklusionsgedanken voranzubringen. Sie waren damit Vorreiter einer Entwicklung, die nun zum Glück immer mehr zur Normalität wird. Dafür gebührt Ihnen unser Dank und unsere Anerkennung – und der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Hans-Helmut Eickschen aus Moers

„Was ist der Glaube wert, wenn er nicht in die Tat umgesetzt wird?“ hat Mahatma Gandhi einst gefragt.

Hans-Helmut Eickschen hat für sich eine klare Antwort auf diese Frage gefunden. Für ihn war der eigene christliche Glaube stets mit der Faszination für die jüdische Religion verbunden. Was lag also näher, als sich der christlich-jüdischen Verständigung und Zusammenarbeit zu widmen? Das Verbindende zwischen Christen und Juden bei gegeneitiger Achtung der Unterschiede, nicht das Trennende zu befördern und die Erinnerungen an die Ursprünge und Zusammenhänge von Judentum und Christentum wach zu halten, das waren und sind auch heute noch seine Ziele.

So ist der Name Hans-Helmut Eickschen schon seit Jahrzehnten eng mit dieser wichtigen und zeitlosen Thematik verknüpft. Er gab und gibt seinem Herzensanliegen in Moers, in Nordrhein-Westfalen und auch im Bund ein markantes Gesicht und eine Stimme. Und er engagierte sich in den unterschiedlichsten Funktionen auf Landes- und Bundesebene in der Zusammenarbeit von Menschen christlichen und jüdischen Glaubens.

Offiziell „besiegelt“ ist dieses Engagement seit 1987. Hans-Helmut Eickschen ist Gründungsmitglied der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Moers, war hier 20 Jahre lang Geschäftsführer, später auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der 24 Gesellschaften in Nordrhein-Westfalen sowie Vorstandsmitglied und Schatzmeister des Deutschen Koordinierungsrates der mittlerweile 80 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit im gesamten Bundesgebiet.

Hans-Helmut Eickschen haben – auch in diesen Funktionen - zahlreiche Reisen nach Israel und in den Nahen Osten geführt. Er hat ungezählte Aktivitäten und Veranstaltungen zu seinem Lebensthema, wie man es ohne Übertreibung nennen kann, organisiert und inhaltlich gestaltet. Seit 1995 koordinierte und steuerte er die auf Initiative von Johannes Rau dauerhaft  eingerichtete institutionelle Landesförderung der nordrhein-westfälischen Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Stets das Verbindende, nicht das Trennende in den Vordergrund zu stellen, half Hans-Helmut Eickschen auch dabei, sein bis ins hohe Alter beibehaltene Engagement nach und nach und ohne Brüche in jüngere Hände zu legen. Dabei steht er auch heute noch beratend und begleitend bereit – aber immer im Hintergrund.

Die Landesregierung würdigt dieses besondere, langjährige Engagement für religiöse Verständigung und die nie nachlassende Leidenschaft Hans-Helmut Eickschens, in den kommenden Generationen die Erinnerung an unfassbare Verbrechen wachzuhalten und gleichzeitig daran zu arbeiten, dass Aussöhnung keine Utopie bleibt und friedliches Zusammenleben alltäglich werden kann.

Hans-Helmut Eickschen hat in seinem 80jährigen Leben – übrigens herzlichen Glückwunsch nachträglich zu Ihrem runden Geburtstag, lieber Hans-Helmut Eickschen noch viele weitere Felder bearbeitet. Dass hier nicht alle Facetten seines umfangreichen Tuns ebenso umfangreich abgebildet werden können, hat nur und ausschließlich mit den engen zeitlichen Grenzen unserer Veranstaltung zu tun. Denn die Leistungen Hans-Helmut Eickschens für das Allgemeinwohl in seinen unterschiedlichen Funktionen in Kirche, Politik und Gesellschaft sind unbestritten und verdienen alle die Auszeichnung mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Gisela Freier aus Adenau-Reifferscheid

„Gegen das Vergessen!“ – so könnte das Lebensmotto von Gisela Freier überschrieben sein.

Die seit einem Jahr pensionierte Lehrerin, zuletzt an der Hauptschule Mechernich tätig, kümmert sich bereits seit vielen Jahren aktiv darum, dass auch die dunklen Seiten unserer jüngeren Geschichte nicht vergessen werden. So war es ihr nicht nur ein Anliegen, das Thema „Judentum in Kommern“ im Unterricht aufzugreifen; sie initiierte auch die Verlegung von sogenannten „Stolpersteinen“, die an die ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in ihrer Heimatregion erinnern. Mit den ins Straßenpflaster eingelassenen Steinen vor den ehemaligen Wohnhäusern der Holocaust-Opfer werden die Lebensdaten dieser Menschen an authentischen Orten festgehalten. Gisela Freier sammelt zur Finanzierung der „Stolpersteine“ Spenden und hat durch intensive Recherchen Kontakte zu jüdischen Familien im Ausland aufgebaut.

Sie war dank ihrer Aktivitäten auch Teilnehmerin an der landesweiten Lehrerfortbildungsmaßnahme „Erziehung nach Auschwitz“ und hat sich in einer vierzehntägigen Veranstaltung in der International School for Holocaust Studies in Yad Vashem in Jerusalem fortgebildet.

Das besondere Verdienst von Gisela Freier ist es, dass sie ihre Schülerinnen und Schüler an der Hauptschule im Rahmen einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft „Forschen – Entdecken - Erinnern“ für diese Aufarbeitungsarbeit begeistern konnte: Ob bei der erarbeiteten Führung „Jüdisches Leben in Kommern“, bei der Schülerinnen und Schüler als „Fremdenführer“ agierten, bei der Gestaltung von Gedenkfeiern zur Reichspogromnacht der Stadt Mechernich oder bei der Übernahme der Patenschaft über den jüdischen Friedhof Mechernich, wo in gemeinsamen Pflanzaktionen alle Gräber bepflanzt und gepflegt wurden – Gisela Freier und ihre Zehntklässler der Hauptschule packten mit vielen fleißigen Händen bei der Projektarbeit beherzt an. Das nenne ich: Ganzheitliches Lernen im besten Sinne.

Ohne Zweifel verfügt Gisela Freier über eine Menge pädagogisches Geschick. Nicht zuletzt dank ihrer vorbildhaften Arbeit wurde sie 2008 erneut nach Israel eingeladen, um ihr Schulprojekt vorzustellen.

Das, liebe Gisela Freier, konnten Sie auch hier bei uns im Land über 200 interessierten Kolleginnen und Kollegen präsentieren.

Und auch am „außerschulischen Lernort Vogelsang“, zu dem Sie für zwei Jahre abgeordnet waren, haben Sie mit Ihrer Erfahrung und ihrer Kompetenz am optimalen pädagogischen Profil des dortigen Bildungsangebots mitgewirkt.

Liebe Gisela Freier, so viel Engagement verdient heute nichts weniger als den Verdienstorden des Landes.

Dagmar Freitag aus Iserlohn

„Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten“ so einst der italienische Philosoph und Theologe Thomas von Aquin.

Ob Dagmar Freitag für Wunder betet, das weiß ich nicht – aber dass sie bereit ist, für Veränderungen hart zu arbeiten, das beweist sie sehr eindrucksvoll.

Dagmar Freitag ist im Märkischen Kreis keine Unbekannte – vertritt sie den Kreis und seine Menschen doch seit 1994 als SPD-Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Von Beginn an war sie hier im Sportausschuss aktiv – zunächst viele Jahre als sportpolitische Sprecherin ihrer Fraktion und seit 2009 als Ausschussvorsitzende. So ist Dagmar Freitag seit über 20 Jahren streitbare Kämpferin für bessere Rahmenbedingungen für Sportlerinnen und Sportler. Und im Sportausschuss des Rates der Stadt Iserlohn war sie über zehn Jahre lang die Stimme des Sports vor Ort.

Und der Sport – vor allem aber die Sportlerinnen und Sportler – liegen Dagmar Freitag besonders am Herzen. Sie kümmert sich zum Beispiel in ihrem ‚ehrenamtlichen Nebenjob‘ als Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) um die Belange der deutschen Leichtathletik und ist bei zahlreichen sportlichen Ereignissen auch persönlich vor Ort.

Wichtig ist ihr aber vor allem die Arbeit für und mit Gehörlosen. So setzt sie sich als Kuratoriumsmitglied des Deutschen Behindertensportverbands und des Nationalen Paralympischen Komitees Deutschland nicht nur für eine finanzielle Förderung der Behindertensportverbände, sondern auch für eine Gleichstellung des Behindertensports mit dem Nichtbehindertensport ein. Sie organisiert gemeinsam mit dem Kuratorium der Deutschen Schulsportstiftung die Bundeswettbewerbe der Schulen „Jugend trainiert für Olympia“ und „Jugend trainiert für Paralympics“. Dabei gehört es zu ihrer nicht immer leichten Aufgabe, hierfür die finanziellen Voraussetzungen zu schaffen.

Ebenso kann die erfolgreiche Bewerbung und Durchführung der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin, die sowohl national wie international Zeichen gesetzt hat, zu einem großen Teil auch Dagmar Freitag als Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft mbH (DLP) zugerechnet werden. Doch Dagmar Freitag geht es nicht allein um sportliche Erfolge: Die Lebensumstände der Aktiven und ihre finanzielle Absicherung sind ihr wichtig; auch das Doping bekämpft sie kompromisslos auf nationaler und internationaler Ebene.

Hervorzuheben ist weiterhin, dass das positive Erscheinungsbild der FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in der Öffentlichkeit auch auf die erfahrene Unterstützung von Dagmar Freitag zurückzuführen ist. Ihr Rat als Mitglied des Weltmeisterschaft-Kuratoriums hatte im Organisationskomitee und Präsidialausschuss bei grundsätzlichen Fragen und bei der Planung des Rahmenprogramms besonderes Gewicht.

Liebe Dagmar Freitag, Ihr gesamtes ehrenamtliches Wirken zeugt von hohem sozialem Verantwortungsgefühl und macht unserem Land alle Ehre. Dafür gebührt Ihnen der Landesverdienstorden, den ich Ihnen heute gerne überreiche.

Ute Heid aus Wachtberg

„Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.“ (Albert Einstein)

Ute Heid ist eine Persönlichkeit, die durch jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken Vorbildliches leistet. Während ihrer über 20jährigen Ratstätigkeit in der Gemeinde Wachtberg und als Vorsitzende diverser Ausschüsse übernahm Ute Heid stets gerne Verantwortung – zuletzt als Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion. Hervorzuheben ist ihr Einsatz für den Erhalt denkmalgeschützter Bauten und für die Pflege der Kulturlandschaft.

Bei der Erarbeitung von Integrationskonzepten achtete Ute Heid vor allem darauf, die Bildung von sozialen Brennpunkten in ihrer Gemeinde zu verhindern. Im „Ökumenischen Arbeitskreis Wachtberg“ kümmert sich Ute Heid seit 1990 um die Betreuung von Aussiedlern und Asylbewerbern und deren Familien. Sehr erfolgreich setzt sie sich für die schulische und berufliche Integration dieser Menschen ein und steht ihnen jederzeit beratend und unterstützend zur Seite. Sie organisiert Sprachkurse und hilft bei der Lösung von anfallenden Lebens- und Alltagsfragen. Seit über 18 Jahren betreut Ute Heid persönlich eine 15-köpfige Großfamilie und setzt diese Hilfe bis heute unvermindert fort.

Ute Heid hat auch ein großes Herz für den Sport: Vor knapp 10 Jahren wurde sie zur 2. Vorsitzenden des „1. Baseballclubs Bonn Capitals e.V.“ gewählt, für den sie sich bereits seit etwa 20 Jahren engagiert. Ausländischen Spielern, die jährlich zur Verstärkung des Bundesligateams verpflichtet werden, ist Ute Heid unter anderem bei der Wohnungssuche behilflich. Sie organisiert Großveranstaltungen wie Europameisterschaften, die Deutschen Meisterschaften im Nachwuchsbereich sowie die Länderpokalspiele der Schüler- und Juniorenmannschaften. Ute Heid ist verantwortlich für die zweimal jährlich stattfindenden Baseball-Sommercamps, an denen jeweils ca. 100 Kinder teilnehmen. Besonders am Herzen liegt ihr auch hier die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund, aber auch die Teilnahme von Kindern aus sozialen Brennpunkten. Die Sommercamps sind längst überregional anerkannt und gehören seit etlichen Jahren zum offiziellen Jugendförderprogramm der Stadt Bonn. Im „Pro Sportstadt Bonn“, dem Dachverband der Bonner Sportvereine, vertritt Ute Heid nachdrücklich die Interessen des Sports.

Noch eines soll nicht unerwähnt bleiben: Seit 1996 unterstützt Ute Heid den „Gewerbeverein Wachtberg e.V.“ bei zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen. Und im Rahmen der sogenannten ‚Ausbildungsbörse‘ ist es Ute Heid mehrfach gelungen, junge Menschen in Ausbildungsverhältnisse zu vermitteln.

Liebe Ute Heid, ich freue mich, Ihnen heute für all Ihr ehrenamtliches Wirken den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen zu überreichen.

Hermann Hibbeler aus Lage

„Müde macht uns die Arbeit, die wir liegenlassen, nicht die, die wir tun“, so einst die Schriftstellerin Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach.

Hermann Hibbeler ist demnach „hellwach“, denn er ist niemand, der Arbeit liegen lässt. Im Gegenteil, er packt dort an, wo es nötig ist. Geprägt durch sein Amt als Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender des Personalrates der Stadt Detmold, das er über zwei Jahrzehnte ausübte, aber auch durch sein langjähriges Wirken in gewerkschaftlichen Ämtern, wird Hermann Hibbeler nicht müde, sich für die Beschäftigung sozial benachteiligter Menschen einzusetzen.

Nur einige Beispiele seines erfolgreichen Wirkens möchte ich hier nennen: Hermann Hibbeler ist Gründungsmitglied und stellvertretender Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft Arbeit e.V.“ (AGA) in Detmold. Die AGA beschäftigt überwiegend Menschen, die sonst z.B. aufgrund psychischer Erkrankungen, körperlicher Behinderungen oder durch Langzeitarbeitslosigkeit nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten. Im Integrationsunternehmen AGA e.V. wird qualitativ hochwertige Arbeit geleistet. Über 100 Beschäftigte mit Handicap sind hier in den Bereichen Recycling, Industriemontagen und Umweltprojekte tätig.

Weiterhin ist Hermann Hibbeler im Vorstand des „Fördervereins Arbeitslosenprojekte Lippe e.V.“ aktiv, seit 1993 als Vorsitzender. Der Verein unterstützt und fördert nicht nur die Arbeitslosenzentren im Kreis Lippe, sondern auch Projekte zur Qualifizierung und Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen.

Als Vorsitzender des „Arbeit-Wohnen-Bildung e.V.“ in Bad Salzuflen steht Hermann Hibbeler außerdem jungen Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf zur Seite.

Als Gründungsmitglied der „EUWATEC gGmbH“ (Europäische Werkstatt für Arbeit und Technik in Dörentrup) übernimmt er u.a. als Aufsichtsratsvorsitzender Verantwortung. Die EUWATEC führt Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Aktivierungsmaßnahmen für arbeitslose Jugendliche und langzeitarbeitslose Erwachsene durch. Sie beschäftigt zurzeit ca. 150 Personen in den Bereichen Stadt- und Dorfverschönerung, Naturschutz und Unterstützung im Ehrenamt.

Als Beiratsvorsitzender der „Netzwerk Lippe gGmbH“ kümmert sich Hermann Hibbeler z.B. um die Wiedereingliederung arbeitssuchender Menschen in den Arbeitsmarkt.

Auch langjähriges parteipolitisches Engagement zeichnet Hermann Hibbeler aus: Seit fast 40 Jahren ist er für den SPD-Ortsverein Ehrentrup/Wissentrup im Einsatz. Im Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) der SPD machte er sich über 20 Jahre u.a. für Mindestlöhne und eine gerechte Sozialpolitik stark.

Es ist nicht möglich, das gesamte ehrenamtliche Engagement von Herrmann Hibbeler heute darzustellen. Aber ich bin sicher, allen Anwesenden ist deutlich geworden: Sie, lieber Hermann Hibbeler, stehen nicht nur für die Gründung zahlreicher Bildungs- und Beschäftigungsträger – nein, Sie haben diese auch stets ehrenamtlich begleitet. Ich ziehe den Hut vor Ihrem großartigen Engagement und überreiche Ihnen als Dank heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Fritz-Joachim Kock aus Willich

„Willst Du froh und glücklich leben – lass kein Ehrenamt Dir geben!“ hat Wilhelm Busch in einem seiner vielen schönen Gedichte augenzwinkernd geraten.

Zum großen Glück für Nordrhein-Westfalen hat sich Fritz-Joachim Kock nicht an diese Empfehlung gehalten. Im Laufe der Jahre hat Fritz-Joachim Kock zahlreiche Ehrenämter in ganz unterschiedlichen Bereichen übernommen und sich nicht nur mit großem Engagement, sondern mit Leidenschaft für viele Dinge eingesetzt.

Seit 1979 ist Fritz-Joachim Kock Mitglied des Rates der Stadt Willich, seit 2009 als dessen Altersvorsitzender. Neben seiner Mitarbeit in zahlreichen Ausschüssen übernahm Fritz-Joachim Kock bis 1999 den Vorsitz des Sozial-, Umweltschutz- und Planungsausschusses, darüber hinaus auch den Vorsitz des Sport- und Kulturausschusses. Mit großem Engagement setzt sich das SPD-Mitglied in diesen Ämtern für die Gestaltung des Öffentlichen Personennahverkehrs rund um Willich ein, insbesondere für die Umwandlung gefährlicher Straßenkreuzungen in Kreisverkehre.

Im Aufsichtsrat der Stadtwerke Willich engagiert sich Fritz-Joachim Kock – viele Jahre auch als stellvertretender Vorsitzender – für die Umsetzung zeitgemäßer Energiekonzepte und den Kauf des Stromnetzes der Stadt Willich. Nach der Neuregelung der Wasserversorgung, die Fritz-Joachim Kock engagiert vorangetrieben hat, wird er Mitglied des Aufsichtsrats der 2004 gegründeten Willicher Wassergesellschaften. Seit 2009 ist er zudem Aufsichtsratsvorsitzender der Versorgungsnetz Willich GmbH und stellvertretender Vorsitzender der Wasserwerk Willich GmbH. Bei diesen nicht immer leichten Aufgaben behielt Fritz-Joachim Kock sowohl das Wohl der Willicher Bürger als auch den Schutz von Umwelt und Natur stets im Blick.

Damit nicht genug: Fritz-Joachim Kock engagiert sich mit großem Engagement für die Veranstaltergemeinschaft Lokalfunk Krefeld/Kreis Viersen, die den Lokalsender „Welle Niederrhein“ betreibt. 1994 wurde Fritz-Joachim Kock zum Vorsitzenden gewählt und übt dieses Amt bis heute aus. Darüber hinaus wirkt er im Vorstand des „Verbandes Lokaler Rundfunk“ mit – seit 2012 als Vorsitzender.

Aber auch der Sport spielt im Leben von Fritz-Joachim Kock eine große Rolle. Er ist Gründungsmitglied des 1979 gegründeten „Boßel- und Bügelclubs Willich“, dessen Vorsitz er über mehr als 20 Jahre inne hatte. Als Mitglied des Vorstandes des Klootschießer- und Boßelverbandes Nordrhein-Westfalen hat sich Fritz-Joachim Kock viele Jahre lang für die Durchführung der Deutschen Meisterschaften in diesen historischen Sportarten engagiert.

Es ist offensichtlich: Sich für andere einzusetzen und aktiv an der Verbesserung des eigenen Lebensumfeldes mitzuwirken, ist Ihr großes Anliegen. Ich freue mich, lieber Fritz-Joachim Kock, Ihnen heute den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen aushändigen zu dürfen.

Heinrich-Josef Kramer aus Essen

Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.“ (Jean Anouilh)

Demnach muss Heinrich-Josef Kramer ein sehr vermögender Mann sein.
Der frühere Studiendirektor am „Bischöflichen St. Hildegardis-Gymnasium“ in Duisburg beschäftigt sich nämlich seit Jahrzehnten mit der Münzkunde, der Numismatik, und hat sich im Laufe der Zeit zu einem herausragenden Kenner von Münzen und Medaillen entwickelt.

Nach seiner Verabschiedung aus dem Schuldienst hat er damit begonnen, sich um den Aufbau einer Sammlung von Münzen und Medaillen des Stiftes Essen für die Essener Domschatzkammer zu kümmern. Die Äbtissinnen dieses Stifts hatten ab dem Hochmittelalter über 800 Jahre lang das Münzrecht und durften somit eigene Münzen prägen lassen.

Heinrich-Josef Kramer, ausgestattet mit Spürsinn, Akribie und Qualitätsbewusstsein, akquirierte Spenden und Sponsorengelder, gründete und erweiterte die Sammlung.

Seit 2009 wird sie in der neuen Domschatzkammer ausgestellt. Sein im Zuge der Recherchen entstandenes Buch gilt heute als Standardwerk auf dem Gebiet der Numismatik.

Diese Recherchen waren es auch, die Heinrich-Josef Kramer mit dem Ruhr Museum der Zeche Zollverein in Essen in Kontakt brachten. Seit nunmehr 25 Jahren betreut er die Münzsammlung des Museums und hat in diesem Zeitraum sage und schreibe etwa 13.000 Münzen, Medaillen, Marken, Zeichen, Plaketten, Orden und Banknoten in Augenschein genommen, geordnet, bewertet und inventarisiert. Das ist sehr schnell daher gesagt, bedeutet aber eine mühevolle Kleinarbeit: Jedes einzelne Objekt mit allen notwendigen Details findet Eingang in eine Gesamtkartei der Münzbestände des Ruhr Museums. Damit nicht genug: Heinrich-Josef Kramer beobachtet auch den europäischen Münzmarkt und nimmt an vielen Münzauktionen teil. Durch eine Dauerausstellung werden seit 2010 in der ehemaligen „Kohlenwäsche“ des Weltkulturerbes Zollverein die bedeutendsten Zeugnisse der numismatischen Ruhrgebietsgeschichte präsentiert.

Der Ruf von Heinrich-Josef Kramer als mittlerweile ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Numismatik ist auch in hauptberuflichen Fachkreisen exzellent. Und wer von Ihnen schon immer mal seine eventuell vorhandene, private Münzsammlung auf den Prüfstand stellen wollte: Hier vor uns steht der Mann, der Ratsuchende in kostenlosen Sprechstunden nicht nur berät, sondern ihnen sogar eine ausführliche schriftliche Expertise erteilt.
Ich freue mich, dass heute Sie persönlich, lieber Heinrich-Josef Kramer, es sind, der seiner Sammlung eine ganz besondere und seltene „Medaille“ hinzufügen kann: es ist der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Marie-Luise Marjan aus Köln und Hamburg

Auf der Bühne darf der Schauspieler vergessen, dass er Zuschauer hat, in der Welt nicht.“ Diese Mahnung des deutschen Pädagogen und Dichters Johann Jakob Mohr (1824 -1886) muss sich Marie-Luise Marjan nicht hinter den Spiegel stecken. Dass ihr die eigene Bekanntheit eine Verpflichtung ist, das beweist sie fast täglich!

Marie-Luise Marjan sagt von sich selbst, sie sei ein echtes Kind des Ruhrgebiets: Geboren in Essen und aufgewachsen in Hattingen an der Ruhr, geht sie nach der Mittleren Reife und dem Abschluss einer Ausbildung zur Arzthelferin an die Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Anschließend kommen Engagements an namhaften Schauspielhäusern und Rollen in vielen Fernsehfilmen. Sie kehrt zurück ins Ruhrgebiet und spielt allein 12 Jahre am Bochumer Schauspielhaus unter den Intendanten Hans Schalla und Peter Zadek. Seit dem Serienstart der Fernsehserie „Die Lindenstraße“ 1985 verfolgt eine große deutsche Fangemeinde Sonntag für Sonntag, wie sie in ihrer Rolle als Mutter Beimer aufgeht und die schwierigen familiären Probleme pragmatisch und mit menschlicher Wärme löst. Auch wenn die Serie in München spielt, gedreht wird in Köln - und Köln ist neben Hamburg zur Heimatstadt für Marie-Luise Marjan geworden.

Doch nicht nur als Schauspielerin ist Marie-Luise Marjan authentisch, auch im ‚richtigen Leben‘ setzt sie sich mit Freud‘ und Leid ihrer Mitmenschen aktiv auseinander. Seit über zwei Jahrzehnten nutzt sie ihre Popularität, um zu helfen. Mit schier grenzenloser Energie tritt sie in der Öffentlichkeit für fairen Handel, Umweltschutz - für B.A.U.M., das Projekt der Malteser „Hoffnungsspenden e.V.“ und verschiedene Kinderhilfswerke ein.

Ihre besondere Fürsorge gilt jedoch notleidenden Kindern in der ganzen Welt. Trotz ihrer knapp bemessenen Freizeit unterstützt sie seit 1990 kontinuierlich UNICEF und das damals gerade gegründete Kinderhilfswerk „Plan International Deutschland e.V.“.

Marie-Luise Marjan reist für ‚Plan‘ und UNICEF um die ganze Welt und informiert sich vor Ort über die Lebensumstände von Kindern. In Deutschland beteiligt sie sich an zeitaufwändigen Aktionen, ist bei einer Vielzahl von Fernsehshows oder Benefizveranstaltungen präsent. Selbst nach hunderten von Werbeauftritten für die gute Sache begeistert und überzeugt Marie-Luise Marjan ihre Gesprächspartner und wirbt erfolgreich um Mitstreiter und Spenden.

‚Plan‘ ist heute - nicht zuletzt Dank ihrer Öffentlichkeitsarbeit - eine etablierte Hilfsorganisation. Über 300.000 vermittelte Patenschaften und ein Spendenvolumen von über 115 Millionen Euro, das Hilfsprojekte für mehr als drei Millionen Menschen ermöglicht, legen davon Zeugnis ab. Marie-Luise Marjan ist selbst Patin von Kindern in Indien, Sri Lanka, Vietnam, Paraguay und Haiti – und das nicht nur auf dem Papier. Sie besucht und unterstützt immer wieder die Familien der Kinder. Den Gewinn aus der Quizshow mit Jörg Pilawa 2007 setzte sie beispielsweise für den Brückenbau im Dorf ihres vietnamesischen Patenkindes ein, damit die Kinder sicher zur Schule gehen können. In Burkina Faso in Afrika trägt eine Schule ihren Namen, denn Bildung – so ihr Credo – ist der einzige Weg, der Armut zu entrinnen.

Spenden statt Geschenke zu ihrem 65. und die Gründung der „Marie-Luise- Marjan-Stiftung“ zur finanziellen Unterstützung von „Plan“ zu ihrem 70. Geburtstag runden das Bild ab. Marie-Luise Marjan, wir sagen „Danke“. Menschen wie Ihnen gebührt unser Landesorden.

Karl Heinz Nawarotzky aus Moers

Charles Dickens meinte: „Tue so viel Gutes, wie du kannst und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber.“

Im Fall von Karl Heinz Nawarotzky bin ich vollkommen anderer Meinung als Charles Dickens: ich finde, dass über das viele Gute, das er tut und getan hat, ganz viel geredet werden sollte. Zum Beispiel darüber, dass er fast 50 Jahre lang für den „Sozialdienst Katholischer Männer“ (SKM) aktiv war – zunächst als Schriftführer, dann als Vorsitzender der SKM-Ortsgruppe Moers und zuletzt als Beisitzer des Vereins. Oder darüber, dass er sich für die Einrichtung einer ‚Beratungsstelle für alleinstehende Wohnungslose mit besonderen sozialen Schwierigkeiten‘ stark gemacht hat. Natürlich auch über seinen tatkräftigen Einsatz bei der Einrichtung eines Wohnheims für junge Männer mit begleitender Betreuung. Und darüber, dass Haftentlassene auf seinen Beistand ebenso zählen durften wie auf seine Unterstützung bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

In der Aufzählung des Guten, das Sie, lieber Karl Heinz Nawarotzky, tun, darf nicht fehlen, dass Sie sich seit über 40 Jahren im „Caritasverband Moers-Xanten e.V.“ engagieren – und zwar als ehrenamtliches Vorstandsmitglied. Zunächst waren Sie als Beisitzer aktiv, dann als stellvertretender Vorsitzender. An der positiven Entwicklung des Caritasverbandes in den Bereichen Gesundheit und Soziales, Kinder, Jugend und Familie ist Karl Heinz Nawarotzky dank seines intensiven Einsatzes maßgeblich beteiligt. Unterstützt wird er bei seiner Arbeit von inzwischen rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Weiterhin liegt ihm die ambulante Altenhilfe ganz besonders am Herzen. Aus diesem Grunde wurde während seiner Amtszeit unter anderem der Bau zweier karitativer Einrichtungen im Bereich der stationären Altenhilfe nicht nur angeregt, sondern auch umgesetzt. Und noch etwas ist unter dem Stichwort „Gutes tun“ zu verbuchen: Vorausschauend regte Karl Heinz Nawarotzky vor einigen Jahren eine gemeinsame Geschäftsführung des SKM und des Caritasverbandes Moers-Xanten an. Dieser Vorschlag wurde mittlerweile umgesetzt, so dass die vorhandenen Ressourcen inzwischen von beiden Vereinen gemeinsam genutzt werden können.

Lieber Karl Heinz Nawarotzky, seit über fünf Jahrzehnten widmen Sie Ihre Energie und einen Großteil Ihrer Freizeit dem Wohle von Menschen, die oftmals am Rande der Gesellschaft leben. Soviel Einsatz wird heute belohnt – mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Dr. Hermann-Josef Roth aus Bonn

„Man soll etwas dazu beitragen, dass man die Welt in einem besseren Zustand verlässt, als man sie vorgefunden hat“ (Bert Brecht, 1898-1956).

Um das zu erreichen, hat der Theologe und Naturwissenschaftler Hermann-Josef Roth neben seinem Beruf als Gymnasiallehrer einen großen Teil seines Lebens dem ehrenamtlichen Natur- und Denkmalschutz gewidmet und ist auf diesem Gebiet zu einer Kapazität geworden.

Bereits Ende der 1950er Jahre, Hermann-Josef Roth hatte in Montabauer gerade sein Abitur abgelegt, analysierte er als Festredner bei der Jahresversammlung des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz das kulturelle Leben im Westerwald. Der Vortrag des jungen Mannes rief seinerzeit bei den Fachleuten ein großes Echo hervor und wurde in zahlreichen Publikationen immer wieder zitiert. Damit war der Grundstein für ein großes und vielseitiges Engagement gelegt.

Die richtungsweisenden Impulse Hermann-Josef Roths für das Museums- und Ausstellungswesen sind 1976 Grundlage für die Gründung des „Landschaftsmuseums Westerwald“, an der er sich maßgeblich beteiligte. In den folgenden Jahren entwickelte Hermann-Josef Roth eine umfangreiche, ehrenamtliche, wissenschaftliche und publizistische Tätigkeit, die heute weit über 400 Bücher, Aufsätze, Rezensionen und Audiovisuelle Medien zur Natur- und Landschaftskunde, Architektur und Kunstgeschichte des Mittelalters, Kultur des Ordenswesens, Numismatik, Genealogie und Wirtschaftsgeschichte umfasst.

Insbesondere in der Aufbauphase, aber auch in den folgenden Jahrzehnten unterstützte Hermann-Josef Roth den amtlichen Naturschutz durch ebenso professionelle wie allgemeinverständliche Veröffentlichungen und Vorträge. Unter anderem auch als Vorsitzender des Landesgemeinschaft Natur und Umwelt suchte er gewissenhaft nach Konfliktlösungen, die dem Naturschutz und den Anliegen von Interessengruppen gleichermaßen gerecht werden und gerecht wurden.

Dr. Hermann-Josef Roth wird nicht müde, sein heimat- und naturkundliches Wissen zu vermitteln und aktiv erfahrbar zu machen. So ist er auch Mitgründer des Bergischen Freilichtmuseums in Lindlar, der Biologischen Station und des Naturschutzzentrums Bergisches Land bei Overath. Mit Wanderfreunden erarbeitet er unzählige attraktive Wanderungen entlang des Rheins, durch die Pfalz und das Bergische Land, bei denen er museale und naturkundliche Anziehungspunkte mit einbezieht. Aber damit nicht genug, seine Aktivitäten sind nicht auf das regionale Umfeld beschränkt, sie gehen über Europa hinaus bis nach Südamerika. Mit der Deutsch-Brasilianischen Gesellschaft setzt er sich beispielsweise für den Schutz des Patanal, einem einzigartigen Naturparadies in Brasilien, ein.

Hermann-Josef Roth ist unglaublich gut vernetzt. Seit Jahrzehnten hat er führende Positionen in wissenschaftlichen Gesellschaften, in Landschaftsschutzbehörden, in Naturschutz- und Denkmalschutzvereinen und in Heimatvereinen inne. Auch ist Hermann-Josef Roth ein wichtiges Verbindungsmitglied zu den ehrenamtlich organisierten Naturschutzorganisationen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Last but not least sollen seine Leistungen als Gründungs- und Kuratoriumsmitglied der „Stiftung, Archiv, Forum und Museum zur Geschichte des Naturschutzes in Deutschland auf Schloss Drachenburg“ zu Königswinter (Stiftung Naturschutzgeschichte) erwähnt werden.

Deren Archiv hat Hermann Josef Roth durch einen großen Teil seiner Bibliographie bereichert. Um noch einmal auf Bert Brecht zurück zu kommen: an Dr. Hermann-Josef Roths Beitrag würde eine Verbesserung des Weltzustandes jedenfalls nicht scheitern. Und dafür bekommt er heute den Verdienstorden des Landes.

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