Verleihung des Landesverdienstordens am 19. April 2013

Verleihung Verdienstorden des Landes NRW, 19.04.2013
19. April 2013

Verleihung des Landesverdienstordens am 19. April 2013

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verleiht den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an elf Bürgerinnen und Bürger

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat elf Bürgerinnen und Bürger im Präsidentenschlösschen der Bezirksregierung Düsseldorf mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Die Ministerpräsidentin übergab diese besondere Auszeichnung und würdigte den Einsatz und die Leistungen jedes einzelnen Ordensträgers.

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„Für mich gehört es zu den wichtigsten und schönsten Aufgaben, nordrhein-westfälische Bürgerinnen und Bürger für ihr großartiges Engagement auszuzeichnen. Denn von diesem Engagement lebt unser Land in einem Maße, das kaum überschätzt werden kann”, so Hannelore Kraft. Diese Frauen und Männer, die sich auf ganz unterschiedliche Weise und in allen Teilen unseres Landes engagieren, sorgen dafür, dass unsere Gesellschaft funktioniere und unser Land lebens- und liebenswert bleibe.

Die Ministerpräsidentin hob die Bedeutung des Verdienstordens des Landes hervor, der 1986 aus Anlass des 40. Geburtstages des Landes Nordrhein-Westfalen gestiftet worden ist. Er wird an Bürgerinnen und Bürger aus allen Gruppen der Bevölkerung verliehen, in Anerkennung ihrer außerordentlichen Verdienste für die Allgemeinheit. Die Zahl der Landesorden ist auf 2500 begrenzt. In den 27 Jahren seines Bestehens sind bisher nur knapp 1500 Frauen und Männer ausgezeichnet worden. Dies mache, so Hannelore Kraft, deutlich, dass der Landesverdienstorden eine „wirkliche Rarität“ sei. Im Rahmen der Feierstunde betonte die Ministerpräsidentin: „Es sind ganz besondere Menschen, die wir hier auszeichnen. Menschen, die Vorbilder sind, weil sie sich für andere einsetzen, weil sie anderen helfen. Sie alle stehen für Werte. Werte, die nicht ‚von Oben‘ verordnet werden können, Werte die vorgelebt werden müssen. Werte wie Menschenwürde, Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz und Zivilcourage.“

Die Ministerpräsidentin verlieh die Orden an:

  • Brigitte Albrecht, Kaarst
  • Fred Balsam, Köln
  • Staatsministerin a.D. Ilse Brusis, Dortmund
  • Hiltrud Buddemeier-Ennenbach, Herne
  • Manfred Degen, Marl
  • Petra Anna Homberg, Menden
  • Prof. Dr. Karl Krahn, Bielefeld
  • Henning Walter Krautmacher, Pulheim
  • Kenan Küçük, Lünen
  • Oberkreisdirektor a.D. Raimund Pingel, Borken
  • Coşkun Taş, Köln

Die Laudationes im Wortlaut

Brigitte Albrecht aus Kaarst

Albert Einstein hat es einmal als wichtigste Kunst eines Lehrers bezeichnet, „die Freude am Schaffen und am Erkennen zu wecken“. Ich bin sicher, das gilt auch für Lehrerinnen. Brigitte Albrecht unterrichtet an einer Kaarster Förderschule. Und sie beherrscht tatsächlich eindrucksvoll die Kunst, die Freude am Schaffen und Erkennen zu wecken, und zwar mit den von ihr initiierten Projekten „Kunstcafé EinBlick“ und „Kunstatelier EinBlick“ in Kaarst.

Brigitte Albrecht gründete den „Verein zur Förderung eines Kunstarbeitsprojektes für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.“, der sich die Weiterentwicklung und Förderung dieser beiden Projekte zur Aufgabe gemacht hat. Sie ist nicht nur Vorsitzende, sondern auch ehrenamtliche Geschäftsführerin des Integrationsunternehmens „Kunstcafé EinBlick“. Die Hälfte der Beschäftigten des Kunstcafés sind Menschen mit einer geistigen Behinderung. Auch können junge Menschen mit Behinderung hier eine Ausbildung machen und für Studierende oder Schüler besteht die Möglichkeit, ein Praktikum oder ein freiwilliges soziales Jahr zu absolvieren. Brigitte Albrecht hat das Kunstcafé zu einer Begegnungsstätte der besonderen Art gemacht: Neben farbenfroher Kunst werden Frühstück, Mittagessen und kleine Snacks angeboten. Viele Gäste sind immer noch überrascht, wie reibungslos und professionell die Bedienung durch Menschen mit Handicap abläuft. Denn auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die weder lesen noch schreiben können, haben es mit der Hilfe von Brigitte Albrecht geschafft, Bestellungen aufzunehmen und zu erledigen. Und damit die Integration dieser Menschen noch besser klappt, organisiert Brigitte Albrecht in den Räumen des Cafés auch vielfältige kulturelle Veranstaltungen wie Bücherlesungen, Tanzkurse, Musikauftritte, Kindernachmittage und Discos.

Daneben leitet Brigitte Albrecht das eigens für Menschen mit einer geistigen Behinderung eröffnete „Kunstatelier EinBlick“. Hier haben Menschen mit Handicap die Möglichkeit, sich künstlerisch zu betätigen. Die Zusammenarbeit mit nicht behinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen stärkt das gegenseitige Verständnis und fördert Toleranz. Die im Kunstatelier entstandenen Kunstwerke werden in Ausstellungen regelmäßig einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. Und zu all dem organisiert Brigitte Albrecht seit Jahren in den Osterferien Segelfreizeiten mit mehr als 20 geistig behinderten Jugendlichen und Erwachsenen und begleitet diese auch persönlich.

Liebe Brigitte Albrecht, wer sich so kraftvoll und vielfältig, wie Sie das tun, für Menschen mit Handicap einsetzt, der hat auf jeden Fall eines verdient – nämlich den Landesverdienstorden.

Fred Balsam aus Köln

„Die Grundlage eines jeden Staates ist die Ausbildung seiner Jugend.“ (Diogenes um 400-323 v. Chr.) Diese alte Weisheit hat sich Fred Balsam zeit seines Lebens zu Herzen genommen. Wie wichtig eine breit angelegte Berufsausbildung und Sprachkenntnisse sind, hat er selbst als junger Mann erfahren. Über Jahrzehnte hat er sich daher mit aller Kraft ehrenamtlich als Arbeitnehmervertreter des Handwerks und als Gewerkschafter erfolgreich für die Weiterentwicklung des dualen Bildungssystems, die Förderung der Berufsbildung im Handwerk und den internationalen Bildungsaustausch eingesetzt.

In der IG Metall verhandelt Fred Balsam für tausende Arbeitnehmer in den Kfz-Betrieben die Tarifkonditionen an vorderster Stelle mit aus. Innerhalb der Industriegewerkschaft Metall gelingt es ihm, den Interessen der Beschäftigten im Handwerk mehr Raum zu verschaffen. Seinen besonderen Arbeitsschwerpunkt bilden aber seine Aktivitäten in der Berufsbildung. Als Bundessachverständiger hat er an der Neuordnung von Erstausbildungen und Fortbildungen im Kfz-Handwerk ebenso mitgearbeitet wie an der neuen Rechtsverordnung zum Meister.

Im Kammervorstand und als Vizepräsident und höchster Repräsentant der Arbeitnehmerseite in der Handwerkskammer zu Köln galt und gilt auch hier sein vorbildliches ehrenamtliches Engagement besonders der betrieblichen Berufsausbildung. Mit großem persönlichem Einsatz hat Fred Balsam über Jahrzehnte zahlreiche Projekte und Initiativen vorangetrieben, damit die beruflichen Perspektiven junger Menschen – auch aus schwierigem Umfeld – besser werden.

Seit über 10 Jahren leitet er in Köln die nationalen und europäischen Gesellentage. Er initiiert und beteiligt sich an Austauschaufenthalten für junge Handwerker in Lyon, Liverpool, Budapest und Irland. Er ist Mitinitiator der einzigen in Deutschland durchgeführten fünfsprachigen Ausbildungsbörse. Junge Menschen mit Zuwanderungshintergrund, aber auch ihre Eltern, werden dort über die Berufsausbildung im dualen System informiert. Diese innovative und für die Integration der Jugendlichen wichtige Ausbildungsbörse fand 2012 schon zum dritten Mal in Köln statt und wurde bundesweit beachtet.

Fred Balsams ausgewiesene Sachkompetenz ist ebenso gefragt in Fachausschüssen des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Deutschen und des Westdeutschen Handwerkskammertags oder im Zentralverband des deutschen Handwerks. Auch in europäischen Gremien und international vertritt er überzeugend die besondere Qualität und Zukunftsorientierung des dualen Bildungssystems in Deutschland. Als Kenner der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit und besonders auch wegen seiner menschlichen Art ist er ein geschätzter Gesprächspartner hierzulande und in aller Welt.

Lieber Fred Balsam, Sie haben sich mit Ihrem jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz über regionale Grenzen hinaus große und vorbildliche Verdienste erworben. Ich freue mich ganz besonders, dass Sie mit der Überreichung des Verdienstordens des Landes heute auch die Anerkennung und Wertschätzung erfahren, die wir in Nordrhein-Westfalen für Sie und Ihre Arbeit empfinden.

Staatsministerin a. D. Ilse Brusis aus Dortmund

Es ist ja immer falsch, Menschen in Schubladen zu stecken. Aber bei Ilse Brusis wäre das auch gar nicht möglich. Denn sie ist eine außerordentlich vielseitige Persönlichkeit: Ob als Erzieherin, Lehrerin, aktive Gewerkschafterin, Gewerkschaftsfunktionärin, Politikerin oder versierte Präsidentin der Kunststiftung – Ilse Brusis hat in all ihren Ämtern und Funktionen überzeugt. Man bräuchte also kein einzelnes Fach, sondern eine sehr große Kommode, wenn es denn möglich wäre, ihre Fähigkeiten irgendwo einzusortieren. Sich engagieren, sich einbringen, für etwas stehen und auch einstehen, das sind sicherlich Charakteristika, die Ilse Brusis für sich in Anspruch nehmen kann. Keines ihrer Ämter hat sie lediglich verwaltet, immer hat sie es genutzt, für die Sache gestanden, hat gekämpft, gefördert und auch gefordert.

Bereits in den 1970er Jahren gehört die studierte Pädagogin Ilse Brusis zu den prägenden Akteuren der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Nordrhein-Westfalen und ist über 15 Jahre im Landesvorstand aktiv. Klare Positionen zu beziehen, ist dabei für sie selbstverständlich. Die Stellung der GEW und die strategische Ausrichtung der Gewerkschaft sind ihr besonders wichtig. Im Geschäftsführenden Bundesvorstand des DGB setzt sie sich maßgeblich für die Gewerkschaftsjugend und die gewerkschaftliche Bildung ein – und ist über viele Jahre Vorstandsvorsitzende der Hans-Böckler-Stiftung.

Mit dem Wechsel in die Landespolitik im Jahr 1990 ändert sich das Betätigungsfeld von Ilse Brusis: Sie wird zunächst Bau- und Wohnungsbauministerin, 1995 übernimmt sie das Städtebauressort mit gleichzeitiger Zuständigkeit für die Bereiche Kultur und Sport und wird in den späteren Jahren ihrer ministeriellen Tätigkeit auch zuständig für Arbeit und Soziales. „Wäre ich ein Mann gewesen, hätte man es ein Superministerium genannt“, hat Ilse Brusis einmal gesagt und hinzugefügt: „Weil ich eine Frau war, sagten die Journalisten immer: Frau Brusis ihr Bauchladen.“

Legendär und unter ihrem leitenden Mitarbeiterstab nahezu gefürchtet ist das kleine Notizbuch, in dem sie alles Wichtige festhält und mit dessen Hilfe bei ihr so schnell nichts in Vergessenheit gerät. Sie fragt hartnäckig nach und ist bis ins Detail informiert. Von 2000 bis 2005 engagiert sich Ilse Brusis als Abgeordnete im Hauptausschuss und im Ausschuss für Migrationsangelegenheiten des Landtags.

Als Präsidentin der Kunststiftung NRW von 2001 bis 2006, gelingt es ihr, die Stiftung weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen und zudem zwei wichtige internationale Preise ins Leben zu rufen. Mit ihrer Hilfe wird die musikFabrik als Landesensemble NRW etabliert, und auch die Buchreihe „Energien/Synergien“ der Kunststiftung geht auf ihre Initiative zurück.

Wie gesagt, eine Schublade passt und reicht für Ilse Brusis wirklich nicht, denn mit all dem, was ich bisher gesagt habe, ist das Wirken dieser calvinistisch erzogenen Frau, die sich durch großes Pflichtbewusstsein und Loyalität auszeichnet, noch immer nicht umfassend beschrieben. Da wäre zum Beispiel auch ihre Tätigkeit im SPD-Vorstand als Vorsitzende des Seniorenrats zu nennen, in der sie sich nicht nur für die ältere, sondern immer auch für die jüngere Generation stark macht. Da wäre ihre engagierte Arbeit im ZDF Verwaltungsrat zu erwähnen, ihre Tätigkeit in der Friedrich-Ebert-Stiftung, da verdienen ihre große Verbundenheit und ihr besonderer Einsatz für Israel höchste Anerkennung.

Mit anderen Worten, liebe Ilse Brusis, heute gebührt Ihnen für Ihr Wirken, das Sie ja unermüdlich fortsetzen, wahrlich nichts Geringeres als der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen, mit dem ich Sie gerne auszeichne.

Hiltrud Buddemeier-Ennenbach aus Herne

„Man soll etwas dazu beitragen, dass man die Welt in einem besseren Zustand verlässt, als man sie vorgefunden hat“, hat Berthold Brecht einmal gesagt und könnte damit das Lebensmotto von Hiltrud Buddemeier-Ennenbach auf den Punkt gebracht haben. Denn sie trägt seit drei Jahrzehnten mit dazu bei, die Welt ein wenig besser zu machen, sei es als aktives Mitglied des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), als Vorstandsmitglied der BUND-Kreisgruppe Herne, als Vorsitzende des Landschaftsbeirates der Stadt Herne und als liebevolle Pflegerin kranker Tiere. Zu Beginn eines jeden Jahres zieht sie mit einigen Mitstreitern durch das Herner Stadtgebiet, um Nistkästen zu säubern – das waren zuletzt immerhin 330 an der Zahl!

Mehrere Jahre war Hiltrud Buddemeier-Ennenbach für die Organisation des Herner Umwelttages mitverantwortlich. Sie wirkte als Vorstandsmitglied der „Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet“ an der inhaltlichen Ausrichtung der Naturschutzarbeit mit. Und sie initiierte und organisiert die allseits beliebte Pflanzentauschbörse im „Haus der Natur“.
Hiltrud Buddemeier-Ennenbach plante und gestaltete den 2000 Quadratmeter großen Lern- und Lehrgarten am Herner „Haus der Natur“, den sie bis heute nicht nur mit ausgeprägtem Fachwissen, sondern auch mit viel Liebe hegt und pflegt. In zahlreichen „Mitmach-Aktionen“ motivierte sie Bürgerinnen und Bürger zum Bau einer Kräuterspirale, zur Dachbegrünung oder zum Bau eines Lehmbackofens. Mit der Gründung der „BUND-Raben“ gelang es ihr, noch mehr Kinder und Jugendliche für das Thema Naturschutz zu begeistern und an die Natur heranzuführen. Kindergartengruppen und Schulklassen sind regelmäßig bei ihr zu Gast, viele Kinder haben so zum ersten Mal die Gelegenheit, Natur hautnah zu erleben. Und auch das gemeinsame Bauen von Nistkästen, von Nisthilfen für Insekten oder Kürbiskopf-Laternen ist bei den Kindern sehr beliebt und wird mehrfach im Jahr angeboten.

Zur Rettung des „Wanner Postparks“, der zur Hälfte dem Bau eines großen Einkaufszentrums weichen sollte, initiierte Hiltrud Buddemeier-Ennenbach kurzerhand eine Bürgerinitiative, der es dann auch gelang, dieses innerstädtische Kleinod mit wertvollem altem Baumbestand zu erhalten.

Liebe Hiltrud Buddemeier-Ennenbach, wer mit so viel Enthusiasmus dazu beiträgt, unsere Umwelt und die Natur lebens- und liebenswert zu erhalten, der muss belohnt werden, und zwar mit dem Landesverdienstorden.

Manfred Degen aus Marl

Für Manfred Degen ist der Kampf für ein gerechtes und gutes Bildungswesen seit vielen Jahren zum Lebensinhalt geworden. Seit sage und schreibe fast 50 Jahren setzt er sich unermüdlich dafür ein. Der ehemalige Diplom-Pädagoge und Fachbereichsleiter der Volkshochschule „die insel“ in Marl war immer auch politisch engagiert. Er ist seit 1964 Mitglied der SPD, in der er unter anderem rund zehn Jahre als Vorsitzender die Arbeitsgemeinschaft für Sozialdemokraten im Bildungsbereich (AfB), Bezirk Westliches Westfalen, geleitet hat.

Als Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen von 1990 bis 2005 und als bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion gehen von Manfred Degen wichtige Impulse aus. Er bringt Reformen zur Modernisierung des Schulwesens mit auf den Weg, die Nordrhein-Westfalen oft zum Vorreiter für andere Bundesländer werden lassen. Dazu gehören beispielsweise die Einführung des Betreuungsangebots an Grundschulen „verlässliche Halbtagsschule“ und die bessere Integration behinderter Schülerinnen und Schüler, also lange bevor das Wort „Inklusion“ in aller Munde war. Mit Nachdruck tritt er dafür ein, dass auch und gerade Menschen mit niedrigem Einkommen und geringer Vorbildung Weiterbildungsmöglichkeiten bekommen, zum Beispiel Volkshochschullehrgänge, in denen Schulabschlüsse nachgeholt werden können. In zahlreichen Reden und Veröffentlichungen wird sein Credo immer wieder deutlich: Weiterbildung von möglichst vielen Menschen in Nordrhein-Westfalen ist nur möglich, wenn es landesweit ein flächendeckendes Netz von Volkshochschulen in kommunaler Trägerschaft gibt. Unter seiner maßgeblichen Beteiligung entsteht das Europäische Zentrum für Medienkompetenz, das im Jahr 2010 mit dem Grimme-Institut in Marl zu einer Institution verschmolz. Die Bündelung einzelner Förderprogramme und damit die Durchsetzung der Angebote zum "Offenen Ganztag" sind ebenfalls Ergebnisse seiner Arbeit.

Der heutige Ehrenvorsitzende des SPD-Stadtverbandes Marl bleibt aktiv: Viel Kraft hat Manfred Degen nach dem Fall der Mauer in den Aufbau demokratischer Strukturen in Bitterfeld investiert, der ostdeutschen Partnerstadt Marls. Im Verein zur Förderung und Erhaltung des Forsthauses Haidberg e.V. kümmert er sich um die dauerhafte Finanzierung dieser Freizeit- und Bildungsstätte und wirbt dafür auf kommunaler- und Landesebene. Daneben organisiert er das Kinderfest und den Seniorenkarneval der AWO, fördert den Erhalt des bergmännischen Brauchtums – gerade jetzt als Vorsitzender der Ringgemeinschaft Münsterland. Und oft übernimmt er selbst das „Sponsoring“, wenn „Not am Mann“ ist.

Lieber Manfred Degen, ich glaube, dass bei einer solchen Fülle und Breite Ihres Einsatzes ganz klar ist: Ich freue mich sehr, Sie heute mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen auszuzeichnen.

Petra Anna Homberg aus Menden

„Niemand ist nutzlos in dieser Welt, der einem anderen die Bürde leichter macht“, sagte einst der englische Schriftsteller Charles Dickens. Ich finde, das ist ein wunderbares Zitat. Petra Homberg ist so ein Mensch, der vielen anderen hilft, ihre Bürde zu tragen. So kümmert sie sich nicht nur um Menschen mit Handicap, sondern auch um alleinerziehende Mütter. Für bedürftige Menschen gründete sie einen „De-Cent-Laden“ mit, in dem für „kleines Geld“ zum Beispiel Lebensmittel erhältlich sind. Für diese Einrichtung sammelt Petra Homberg fleißig Geld- und Lebensmittelspenden.

Petra Homberg, selbst Mutter eines geistig und körperlich stark behinderten erwachsenen Sohnes, gründete vor drei Jahrzehnten die „Bieberschlümpfe“ als eine Art Selbsthilfegruppe für Eltern behinderter Kinder. Seither organisiert sie Treffen zwischen behinderten und nicht behinderten Kindern, die miteinander spielen und sich austauschen können. Sie hat dafür gesorgt, dass die „Bieberschlümpfe“ inzwischen ein wichtiger Garant für die Integration behinderter Menschen in Lendringsen und ganz Menden sind. Und schon längst sind diese besonders sympathischen Schlümpfe bei den vielen örtlichen Veranstaltungen und Festen nicht mehr wegzudenken.
Petra Homberg arbeitet darüber hinaus für das „Stadtteil Team Süd“. Mit großem Erfolg und viel Liebe organisiert sie hier die Kinder- und Jugendfeste und die Feiern zum Kinderkarneval. Mehr als 250 Besucherinnen und Besucher kommen regelmäßig zu diesen Veranstaltungen.

In Kooperation mit der Jugendbildungsstätte Kluse unterstützt Petra Homberg alleinerziehende Mütter in Lendringsen: Jede Woche lädt sie zu einem gemeinsamen Frühstück ein. In ungezwungener Atmosphäre kümmert sich Petra Homberg intensiv um die Bedürfnisse dieser Frauen und steht als Ansprechpartnerin für ihre Sorgen und Nöte zur Verfügung.

Auch als Vorsitzende des Pfarrgemeinderates St. Josef Lendringsen setzt sich Petra Homberg vor allem für bedürftige Menschen ein. Es geht auf ihre Initiative zurück, dass es seit 2009 in der Pfarrei St. Josef am Gründonnerstag für diese Menschen ein Mittagessen gibt. Gemeinsam mit ihren „Bieberschlümpfen“ organisiert Petra Homberg nicht nur das Essen, sondern auch dessen Finanzierung. Dank großzügiger Sponsoren und des Einsatzes vieler Helferinnen gelingt es Petra Homberg jedes Mal, 60 bis 80 Erwachsenen und Kindern ein festliches Mahl zu servieren.

Liebe Petra Homberg, Ihr Einsatz für Menschen mit einem Handicap und die Bedürftigen unserer Gesellschaft ist vorbildlich und verdient es, ausgezeichnet zu werden, und zwar mit dem Landesverdienstorden.

Prof. Dr. Karl Krahn aus Bielefeld

Wer rastet, der rostet. Diese alte Weisheit hat sich der emeritierte Industriesoziologe Karl Krahn wohl zu Herzen genommen: Wann immer es seine durch Termine und Projekte knapp bemessene Freizeit erlaubt, zieht der passionierte Sportler seine Laufschuhe an und joggt los. Langen Atem bewies Karl Krahn aber auch in anderer Hinsicht. Schon als Jugendlicher engagierte er sich bei der IG Metall und im DGB. Und auch in seiner wissenschaftlichen Karriere, die er über den zweiten Bildungsweg erreichte, lagen seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte an der Bielefelder Fakultät für Soziologie vor allem bei der betrieblichen Beschäftigungssicherung, bei der Arbeitszeitgestaltung, beim Personalmanagement und dem betrieblichen Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz. Dabei stand und steht für den Wissenschaftler, der als Flugzeugmechaniker selbst die berufliche Praxis erlebt hat, die möglichst enge Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis im Vordergrund.

So ist es das Verdienst von Karl Krahn, dass inzwischen an über 20 Hochschulstandorten sogenannte Kooperationsstellen „Wissenschaft-Arbeitswelt“ eingerichtet wurden. Zehn Jahre lang war er an der Universität Bielefeld für die Kooperation der Hochschulen mit den Gewerkschaften zuständig; nebenamtlich war er Direktor des ISO-Instituts zur Erforschung sozialer Chancen in Köln. Insbesondere die berufliche Ausbildung und Qualifizierung benachteiligter junger Menschen liegt Karl Krahn am Herzen. Karl Krahn leitete mehrere Forschungsprojekte zur Verbesserung der Ausbildungssituation und der Berufschancen insbesondere weiblicher Jugendlicher.

In der von ihm unterstützten Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung setzte er sich bereits seit den 1980er Jahren für Arbeitslose ein. Und um bessere Perspektiven für diese Menschen ging es ihm auch in seinem langjährigen Engagement als Mitbegründer und Vorsitzender der „Stiftung Solidarität bei Armut und Arbeitslosigkeit“ in Bielefeld.
Jemand, der wie Karl Krahn jahrzehntelang mit Betriebsräten zusammengearbeitet hat und nach langjähriger Aufsichtsratstätigkeit mittlerweile Ehrenvorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Thyssen-Krupp-Steel AG ist, dessen Rat bleibt bis heute gefragt.

Lieber Karl Krahn, Sie haben sich um unser Land auf vielfältige Weise verdient gemacht. Dafür ehren wir Sie heute mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Henning Walter Krautmacher aus Pulheim

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ ist nicht nur eines der bekanntesten Lieder der Kölner Band „Höhner“, sondern wohl auch eine Lebenseinstellung von Frontmann Henning Krautmacher.

Seit 1986 ist Henning Krautmacher nicht nur das Gesicht der Gruppe, sondern er trägt als Sänger auch wesentlich dazu bei, den Stellenwert der deutschen Rock- und Popmusik und der kölschen Mundart im Besonderen zu erhöhen. Aber er nutzt seinen prominenten Status und sein künstlerisches Talent immer wieder auch dazu, sich für verschiedene gesellschaftliche Projekte einzusetzen.

So ließ sich Henning Krautmacher bereits 1993 als potenzieller Stammzellspender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren und demonstriert seitdem in herausragender Weise seine Unterstützung für die DKMS. Seit April 2012 ist Henning Krautmacher offizieller Botschafter der DKMS-Kampagne „Mund auf gegen Leukämie“.

Henning Krautmacher hat auch ein Herz für die Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. So unterstützt er seit 1994 das Lobby-Restaurant „LoRe“ in Köln. Es ist ein Restaurant, das Obdachlosen und mittellosen Bürgern täglich ein 3-Gang-Menü für nur zwei Euro anbietet. Die Musiker schrieben 1994 für dieses Projekt den Song „Alles verlore“, und seitdem kommt der Verkaufserlös dem Lobby-Restaurant zugute. Als Hobbykoch ließ es sich Henning Krautmacher auch nicht nehmen, im März letzten Jahres persönlich mit den Mitarbeitern der Einrichtung für 60 hilfsbedürftige Kölner ein 3-Gänge-Menü zu „zaubern“.

Selbstverständlich war für ihn auch, anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der „Leverkusener Tafel“ an einem Prominenten-Show-Kochen teilzunehmen. Als großer Publikumsmagnet, der er nun einmal ist, verhalf er damit der Tafel zu noch mehr öffentlichem Interesse.

Ganz herausragend engagiert sich Henning Krautmacher seit 2007 für die „Stiftung Lesen“. Er hat selbst seinen zwei Söhnen im Kindesalter viel vorgelesen. Nun wirbt er für das Lesen und Vorlesen als Botschafter, als Vorleser und als prominenter Pate in Kampagnen wie „Lesestart“, „Ride for Reading“, „Kölner Leselauf“ und für die sogenannten „Vorlesebibliotheken“. Die „Stiftung Lesen“ zeichnete ihn mit dem AusLese-Preis 2009 als „Botschafter des Lesens“ aus.

Dem Landrat-Lucas-Gymnasium in Leverkusen-Opladen steht er seit 2010 als Pate für das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zur Verfügung.
Last but not least setzt sich Henning Krautmacher auch für die artgerechte Haltung von sogenannten Nutztieren ein. Gemeinsam mit seinen Bandmitgliedern engagiert er sich als Botschafter des Deutschen Tierschutzbundes vor allem für den Kampf gegen die Käfighaltung von Legehennen. Mit ihrem Song „Johanna das Huhn“ haben die „Höhner“ ihrem Protest gegen schlimme Formen der Tier-Haltung einen musikalischen Ausdruck gegeben.

Lieber Henning Krautmacher, um den zeitlichen Rahmen heute nicht zu sprengen, muss ich hier mit der Aufzählung Ihrer weiteren ehrenamtlichen Tätigkeiten aufhören. Aber ich bin sicher, es ist allen hier längst klar geworden, dass Sie für Ihr besonderes ehrenamtliches Wirken auch eine besondere Anerkennung verdienen: den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Kenan Küçük aus Lünen

„Etwas bewegen, verändern, das ist meine Sache“. Das sagt der Mann, den wir nun ehren wollen. Ja, er hat viel bewegt in unserer Gesellschaft, für viele Menschen, zum Besseren hin. Kenan Küçük engagiert sich für soziale Belange von Migrantinnen und Migranten. Er selbst kam im Alter von 20 Jahren aus der Türkei nach Deutschland. Er studierte Sozialpädagogik und ließ sich 1997 einbürgern. Kenan Küçük hat den Neuanfang in einem anderen Land, in einer anderen Kultur geschafft. Aber er hat nie vergessen, was es bedeutet, Einwanderer zu sein, noch einmal ganz von vorne und, oft genug, auch von ganz unten anfangen zu müssen. In dieser Erfahrung liegt der Ursprung seines Engagements.
1985 gehörte Kenan Küçük zu den Mitbegründern des Türkisch-Deutschen-Familien-Kultur-Vereins. Ein Verein, der unter anderem Deutschkurse anbot und Freizeitangebote organisierte. 1992 entstand aus dem Verein das „Multikulturelle Forum Lünen e.V.“. Mit Unterstützung der Stadt Lünen wurde daraus eine multikulturelle Begegnungsstätte. Kenan Küçük nimmt dort seine Verantwortung als Geschäftsführer zunächst ehrenamtlich und seit Anfang der 1990er Jahre hauptamtlich wahr. Ihm ist es zu verdanken, dass das Multikulturelle Forum inzwischen eine Vorbildfunktion für ganz Nordrhein-Westfalen hat. Er baute das Forum mit einem hohen sozialen und menschlichen Einsatz auf. Bis zu 90 Menschen finden heute im Multikulturellen Forum Arbeit. Kenan Küçük kümmert sich als treibende Kraft maßgeblich um die berufliche und gesellschaftliche Integration jugendlicher Migrantinnen und Migranten. Neben seiner erfolgreichen Arbeit im Multikulturellen Forum Lünen engagiert sich Kenan Küçük in vielen Gremien und Arbeitsgruppen für die Integration ausländischer Bürgerinnen und Bürger. Unter anderem setzt er sich für Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrationshintergrund ein, und er ist Sprecher des von ihm mitbegründeten Forums der Migrantinnen und Migranten im Paritätischen NRW, einem Zusammenschluss von über 160 Migrantenorganisationen. Auf dem Integrationsgipfel der Bundesregierung war er ein gefragter Diskussions- und Gesprächspartner.

Lieber Kenan Küçük, Sie engagieren sich seit über 25 Jahren vorbildlich für die Integration von Migrantinnen und Migranten. Von Ihrem bürgerschaftlichen Engagement profitiert aber ohne  Frage unsere Gesellschaft insgesamt. Sie helfen, die großen sozialen und ökonomischen Potenziale der Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund zu erschließen. Sie, lieber Herr Küçük, leisten notwendige und erfolgreiche Arbeit für uns alle hier in Nordrhein-Westfalen, in Deutschland, in Europa. Ich freue mich, Ihnen dafür den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen zu verleihen.

Oberkreisdirektor a.D. Raimund Pingel aus Borken

„Westfälische Identität schärfen – Eigeninitiative stärken.“ Das ist nicht nur das Motto des eingetragenen Vereins „Westfalen-Initiative“, sondern auch ein roter Faden, der sich durch Raimund Pingels Leben zieht. Der ehemalige Oberkreisdirektor des Kreises Borken hat weit über Westfalen hinaus Akzente gesetzt: Als geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Vereins „Westfalen-Initiative“, der sich zum Ziel gesetzt hat, bürgerschaftliches Engagement in Westfalen zu fördern, hat Raimund Pingel in den letzten Jahren zahlreiche Diskussionsveranstaltungen organisiert und durchgeführt. Neben vielen anderen Projekten ist besonders das Engagement des Vereins bei der Umsetzung der Verwaltungsstrukturreform hervorzuheben. Viele Vorschläge, die die „Westfalen-Initiative“ zur Entbürokratisierung in die Wege geleitet hat, konnten erfolgreich umgesetzt werden.

Darüber hinaus engagiert sich Raimund Pingel seit rund 40 Jahren im Vorstand für den Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes in Borken. Dort hat er maßgeblich dazu beitragen, dass sich der Kreisverband Borken zu einem der größten im Landesverband Nordrhein-Westfalen entwickeln konnte.

Besonders hervorzuheben ist das Engagement von Raimund Pingel für sozial Schwache und Menschen mit Behinderung. Nur durch seinen unermüdlichen Einsatz ist es gelungen, einen kostenlosen Fahrdienst für Menschen mit einer Behinderung zu organisieren, eine Autismus-Ambulanz einzurichten, den Bau eines Behindertenzentrums voranzutreiben und mehrere Aussiedler-Unterkünfte aufzubauen.

Raimund Pingel initiierte auch den Aufbau des DRK-Jugendhofes. Mehr als 300 Mitarbeiter bieten jährlich etwa 1.300 arbeitslosen Jugendlichen, Langzeitarbeitslosen und Menschen mit einer Behinderung bessere berufliche Perspektiven.

Die Liste der von Raimund Pingel angestoßenen Projekte ist damit aber bei weitem noch nicht vollständig. Auch im kulturellen Bereich hat Raimund Pingel immer über seine westfälischen Grenzen geschaut und sich vor allem in der „Bundesgemeinschaft für deutsch-niederländische Kulturarbeit“ und in der „Arbeitsgemeinschaft Achterhoek-Westmünster¬land“ für die Pflege der kulturellen Beziehung zwischen Deutschland und den Niederlanden eingesetzt. Sein Name ist mit der erfolgreichen Entwicklung der „Gesellschaft der Freunde und Förderer der Landesmusikakademie NRW“ in Heek genauso verbunden wie mit dem „Trägerverein Tiergarten Schloss Raesfeld“, der sich für den Erhalt des Schlosswaldes und seiner Nutzung als Erholungsgebiet einsetzt. Seine Mitgliedschaft im Verwaltungsrat des Westfälischen Heimatbundes nutzt Raimund Pingel zu einer engen Zusammenarbeit zwischen der Westfalen Initiative e.V. und dem Westfälischen Heimatbund.

Lieber Raimund Pingel, ich finde es wirklich beeindruckend, welche Fülle von Aufgaben und Aktivitäten Sie „stemmen“. Heute gebühren Ihnen für Ihr vielfältiges Engagement der Dank, die Anerkennung und der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

Coşkun Taş aus Köln

Schon viele Jahre, bevor die Bundesliga-Stiftung ihre bundesweite Kampagne „Integration. Gelingt spielend.“ ins Leben rief, scheint Coşkun Taş dieses Motto zu für sich und sein Engagement gewählt zu haben. Der ehemalige türkische Nationalspieler und Weltmeisterschaftsteilnehmer von 1954, Coşkun Taş, spielt als erster türkischer Spieler von 1959 bis 1961 in der Fußballmannschaft des 1. FC Köln. Nach seiner aktiven Spielerzeit bei mehreren rheinischen Fußballvereinen legt Coşkun Taş das Spielertrikot ab und wechselt auf die Trainerbank.

Gegen Ende seiner Trainerkarriere bereitet Coşkun Taş einen weiteren Rollenwechsel vor und absolviert mit Erfolg die Schiedsrichterprüfung. 1983 wird er zunächst Berater und 1986 als Mitglied der Schiedsrichterspruchkammer des Fußballkreises Köln gewählt. Bis 2004 trägt er mit immer wieder sehr pragmatischen Lösungen dazu bei, Konflikte zwischen Fußballspielern beizulegen und vermittelt vor allem dann, wenn Spieler mit türkischem Migrationshintergrund beteiligt sind. Ein wichtiger Beitrag dazu war die Übersetzung der Spielordnung des Fußballverbandes in die türkische Sprache.

Schon lange bevor Staat, Gesellschaft und Verbände auf die zunehmende Gewalt der Spieler und Fans reagieren, arbeitet Coşkun Taş im Arbeitskreis Fair-Play daran mit, dass der Fußball das phantastische und friedliche Spiel bleibt, das Millionen Menschen begeistert.

Sein inzwischen fortgeschrittenes Alter zwingt Coşkun Taş heute, etwas kürzer zu treten. Doch ist sein Rat bei den Aktiven nach wie vor gefragt. Auch nutzt er weiterhin die Gelegenheit, um in Funk, Fernsehen oder den Printmedien für Integration zu werben und auf ihre Bedeutung aufmerksam zu machen. Lieber Coşkun Taş, für Ihr im wahrsten Sinne „rundes“ Engagement bedanken wir uns mit dem Landesverdienstorden.

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