10 Jahre Deutsche Hochschule der Polizei

7. März 2016

10 Jahre Deutsche Hochschule der Polizei

Grußwort von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zum zehnjährigen Bestehen

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Deutschen Hochschule der Polizei hat Wissenschaftsministerin Svenja Schulze ein Grußwort in Münster. Die Deutsche Hochschule der Polizei ist seit zehn Jahren die zentrale Hochschule für die Aus- und Fortbildung des höheren Dienstes der Polizeien des Bundes und der Länder.

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Es gilt das gesprochene Wort

"Sehr geehrter Herr Prof. Lange,
sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,
sehr geehrte Abgeordnete,
sehr geehrte Ehrengäste,
sehr geehrte Damen und Herren,
 
dass heute eine ganz besondere Hochschule Geburtstag feiert, das zeigt schon die Zusammensetzung dieser Festgesellschaft. Von den Parlamenten in Land und Bund über die Stadt, die Bundeswehr, BKA und LKA, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, das Polizeipräsidium, die WWU Münster und die obersten Gerichte unseres Landes bis hin zur Staatsanwaltschaft Münster – hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus all diesen Bereichen sind heute hier und ich begrüße Sie alle ganz herzlich. Sie alle unterstreichen mit Ihrer Anwesenheit die Besonderheit der Deutschen Hochschule der Polizei.

"Muss jetzt eigentlich jeder studieren?" Diese Frage wird mir immer und immer wieder gestellt, wenn es angesichts der stark gestiegenen Studierendenzahlen um einen angeblichen Akademisierungswahn in Deutschland geht. Meine Antwort lautet immer: Nein, niemand muss studieren! Aber – und das ist der entscheidende Nachsatz – eine immer komplexer werdende Welt erfordert auch, dass wir unsere Ausbildungsmuster stetig überprüfen und da anpassen, wo es notwendig ist.

Das gilt in vielen Bereichen. In den Gesundheitsberufen zum Beispiel, für die wir inzwischen die Hochschule für Gesundheit in Bochum haben. Und das gilt auch bei der Polizei. Der heutige Polizeialltag ist jedenfalls nicht mehr mit dem aus den fünfziger oder sechziger Jahren zu vergleichen. Deshalb war es eine logische Folge, die 1945 gegründete Führungsakademie der Polizei vor zehn Jahren in eine akademische Hochschule zu wandeln. Eine junge Spezialhochschule, die auf eine lange demokratische Bildungstradition am Standort Hiltrup zurück blickt.

Voraussetzung für innere Sicherheit ist, dass wir verstehen, was unsere Gesellschaft verändert, was sie prägt und was sie zusammenhält. Interkulturelle Kompetenzen beispielsweise spielen heute – in einer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft – auch bei der Polizei eine größere Rolle als früher.

Eine umfassende wissenschaftliche Expertise auf diesem Gebiet setzt eine nationale und internationale Vernetzung voraus. Das gilt insbesondere für kleinere Hochschulen. Die Tagung zu "Herausforderungen der aktuellen Flüchtlingssituation" im vergangenen November zeigt, dass die Deutsche Hochschule der Polizei genau diesen richtigen Weg der Vernetzung geht.

Ein anderes Beispiel ist das große Thema Digitalisierung. Vor dreißig Jahren musste sich kein einziger Polizeibeamter mit Cyber-Kriminalität befassen. Heute hingegen vergeht kaum eine Woche ohne eine Meldung über Kreditkartenbetrug im Internet, gestohlene Datensätze, gehackte E-Mail-Konten oder Cyber-Mobbing. Von den großen Herausforderungen im Zusammenhang mit staatsgefährdenen Straftaten wie Anschlägen oder internationalen Terrorakten mal ganz abgesehen.

Ein ständiger Wandel hat natürlich auch Auswirkungen auf unsere Sicherheit. Diese Auswirkungen zu erfassen, zu verstehen, zu gestalten oder zu verhindern, das ist eine wichtige Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben einer Gesellschaft. Um diese Herausforderung erfolgreich zu meistern, dazu leistet die Deutsche Hochschule der Polizei einen wichtigen Beitrag.

Zehn Jahre sind für eine Hochschule keine lange Zeit. Und dennoch hat die Hochschule der Polizei in ihrer jungen Geschichte eine rasante Entwicklung durchlaufen. Universitäre Strukturen wurden aufgebaut, Universitätsprofessorinnen und -professoren wurden berufen und die Forschung auf dem Gebiet der inneren Sicherheit wurde vorangebracht. Die Deutsche Hochschule der Polizei ist auf einem guten Weg, sich zu einem Zentrum für Forschung, Lehre und Fortbildung auf dem Feld der inneren Sicherheit zu entwickeln.

Hier in Münster fügt sie sich ein in einen exzellenten Wissenschaftsstandort mit gleich mehreren Hochschulen. Welche Bedeutung die Landesregierung diesem Standort für das Wissenschaftsland Nordrhein-Westfalen beimisst, wird an einer Zahl deutlich:

Insgesamt 1,3 Milliarden Euro investieren wir zwischen 2010 und 2020 am Wissenschaftsstandort Münster.

Auch dank dieser Investitionen hat die Deutsche Hochschule der Polizei mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Fachhochschule Münster hier vor Ort zwei starke wissenschaftliche Kooperationspartner an ihrer Seite. Die Möglichkeiten der Zusammenarbeit, die sich daraus ergeben, werden bereits sinnvoll genutzt. Von einer umfassenden Zusammenarbeit in Lehre und Forschung, von der gemeinsamen Nutzung entsprechender Infrastruktur und vom Know-how-Transfer profitieren letztendlich alle Beteiligten.

Die Deutsche Hochschule der Polizei ist ein Beispiel für die Ausdifferenzierung unseres Wissenschaftssystems. Sie gehört zu dem neuen Typus der Spezialhochschulen mit Schwerpunkten in Lehre, Forschung und Weiterbildung. Als solche bereichert sie den großen Wissenschaftsstandort Münster. Mit Ihnen, sehr geehrter Herr Prof. Lange, wird diese Hochschule erstmals von einem Universitätsprofessor geleitet. Sie stellen sich der anspruchsvollen Aufgabe, Theorie und Praxis, Wissenschaft und Berufsfeld Polizei miteinander zu verzahnen. Dabei wünsche ich Ihnen auch weiterhin viel Erfolg.

Vielen Dank!"

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